Spielwoche

23.6.2016 - 29.6.2016

Belgien, Frankreich 2016
127 min. FSK 12
Regie
Felix van Groeningen
Drehbuch
Felix van Groeningen, Arne Sierens
Darsteller
Tom Vermeir
Stef Aerts
Hélène De Vos
Verleih
Pandora

Café Belgica

„Willkommen in deinem Lieblingsladen, dem Ort der Verdorbenheit.” Nach langer Funkstille treffen die beiden Brüder Jo (Stef Aerts) und Frank (Tom Vermeir) wieder aufeinander. Jo führt mittlerweile das Café Belgica, eine verschlafene Kneipe in Brüssel. Frank, der sein Leben für festgefahren und langweilig hält, sieht dies als Chance wieder neuen Wind in die Segel zu kriegen. Trotz Gegenwehr seitens seiner Frau steigt er bei Jo ein und die Brüder verwirklichen in Eigenregie ihre Idee des neuen Café Belgica – einem angesagten Rockclub, der sich in Brüssels Nachtszene etablieren soll. Wie im Rausch erlebt das Team aus Familie und Freunden die ersten Parties und das Projekt scheint ein voller Erfolg zu werden. Doch nach einiger Zeit müssen Jo und vor allem der impulsive Frank feststellen, dass es noch eine Realität außerhalb durchfeierter Nächte gibt. Unerwünschte Gäste, mangelnde Erfahrung und finanzielle Engpässe bereiten dem selbstorganisierten Team Schwierigkeiten. Mit den sich mehrenden Hindernissen beginnt auch die Harmonie unter den Freunden zu bröckeln. Privatleben und Business geraten durcheinander und Konflikte werden rücksichtslos ausgetragen. Die neu gewonnene Freiheit und Brüderlichkeit zwischen Jo und Frank steht auf dem Prüfstand. Café Belgica lässt den Zuschauer teilhaben an einem Traum, den wohl viele schon bei dem ein oder anderen Bier geplant und am nächsten Morgen wieder verworfen haben. In der eigenen Kneipe oder dem eigenen Club den Alltag aussperren und die Jugend festhalten. Dabei verliert sich Regisseur van Groeningen („Die Beschissenheit der Dinge”, „The Broken Circle“ ) aber nicht im ziellosen Partytaumel sondern zieht einen realitätsnahen roten Faden durch den Film. Nicht nur das Café Belgica in seiner charmanten rauen Optik erinnert uns an das alte Lokal um die Ecke, auch die Protagonisten wirken vertraut und mit all ihren Eigenarten und Spleens sympathisch. Damit verzichtet van Groe ningen auf überspitzt karikierte Figuren und ausufernde Storylines und erstellt ein authentisches Porträt der Arbeiterklasse, wie sie träumt und lebt.
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DoFrSaSoMoDiMi
20:3020:3020:3020:3020:3020:3020:30
Frankreich 2015
118 min. FSK 0
Regie
Cyril Dion, Mélanie Laurent
Drehbuch
Cyril Dion
Verleih
Pandora

Tomorrow

Die Welt ist voller Lösungen

Wie beginnt man die Welt zu retten? Indem man die Menschen an ihre Rettung glauben lässt… Die Welt von Mélanie Laurent, Schauspielerin und Regisseurin, („Inglorious Bastards“) und Cyril Dion, Autor, Regisseur und leidenschaftlicher Aktivist, wird erschüttert durch einen Artikel im „Nature“-Magazin, in dem der katastrophale Einfluss des Menschen auf die Umwelt beschrieben wird. Das ist nicht die Welt, die sie ihren Kindern hinterlassen wollen. Also machen sie sich mit einem Team aus Gleichgesinnten auf den Weg um den Globus, um Menschen zu treffen die ihren Optimismus teilen und mit Mut und Erfindungsreichtum schon mitten im Projekt Weltverbesserung stecken. Ihre Reise erforscht Projekte aus den verschiedensten Bereichen. Sie besuchen Gemeinschaftsgärten in Detroits brachliegenden Industrieruinen und Firmen, die ihr Geschäftsmodell nicht nach Profit ausrichten, sondern an einem selbstversorgenden Energie- und Werkstoffkreislauf arbeiten. Auch Städte mit eigenen Alternativwährungen, die eine Art des Wirtschaftens im Auge haben, die sich mit dem Wohl aller auf Augenhöhe befindet, werden beleuchtet. Genauso wie das erfolgreiche soziale Experiment mit gemeinschaftlicher Demokratie in einem indischen Dorf oder das Schulsystem Finnlands, welches wesentlich freiheitlicher und zugleich erfolgreicher ist als die meisten Anderen. Sie alle haben eines gemeinsam. Sie glauben an die Kraft jedes Einzelnen, etwas zu einer besseren Welt beizutragen und geben das, was sie können, dort, wo sie können. Sie warten nicht auf eine Rettung, sie fangen einfach an, sich selbst zu retten und können nicht selten damit einen Dominoeffekt in Gang setzen, der, so hofft man inständig und aus vollem Herzen nach dieser mitreißenden Dokumentation, noch sehr hohe Wellen schlagen könnte. Denn jeder einzelne von uns ist eine Zelle, die, wenn sie gesundet, zur Heilung des ganzen Systems beiträgt. Doch Vorsicht, vielleicht finden Sie sich nach diesem packenden Appell an das Gute im Menschen, dessen Soundtrack nicht so schnell wieder aus dem Ohr geht, knietief im nächsten Hochbeet wieder, mit Tomaten in der einen Hand, und die Andere zur revolutionären Faust in die Höhe gereckt.
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DoFrSaSoMoDiMi
   13:00   
18:0018:0018:0018:0018:0018:0018:00
USA 2016
95 min. FSK 12
Regie
Jodie Foster
Drehbuch
Jim Kouf, Alan DiFiore, Jamie Linden
Darsteller
George Clooney
Julia Roberts
Jack O'Connell
Verleih
Sony

Money Monster

George Clooney als skrupelloser Investment-Popstar unter der Regie von Jodie Foster („Das Schweigen der Lämmer“, Regie bei „Der Biber“ mit Mel Gibson) in einem rasanten Thriller über die Abgründe der Finanzelite: Lee Gates (George Clooney, „Ocean´s Eleven”, „Hail, Caesar!”) gilt als das Finanz-Genie der Wallstreet, und ist durch seine schrille Investment-Fernsehsendung „Money Monster“ zum Star geworden. Eines Tages steht plötzlich währen laufender Sendung der wütende Familienvater Kyle (Jack O´Connell, „300:Rise of an Empire“, „Unbroken“) mit gezogener Waffe vor ihm und zwingt ihn eine Sprengstoffweste anzulegen. Dieser hat seine kompletten Ersparnisse in einen bombensicheren Tipp von Gates investiert, doch die Aktie stürzte auf wundersame Weise kurz darauf ins bodenlose. Der Betrogene fordert das Fernsehpublikum auf seine Aktien zu kaufen, denn wenn sie nicht innerhalb der Sendezeit auf 24,5 Punkte steigt, nimmt er den Daumen vom Auslöser… Ein nervenaufreibendes Spiel gegen die Zeit beginnt, indem der Moderator und seine noch im Studio verbliebene Produzentin (Julia Roberts, „Ocean´s Eleven“, „Eat, Pray, Love“)vor laufenden Kameras versuchen den Geiselnehmer in Schach zu halten, und gleichzeitig aufzudecken, welche Eliten im Hintergrund die Fäden gezogen haben im Spiel um das große Geld. Eine zynische Abrechnung mit dem Geist des Turbokapitalismus, indem der Mensch auf dem Altar des Profits geopfert zu werden droht. In enormem Tempo nimmt dieser Thriller mit brandaktuellem Bezug seinen Lauf, und es bleibt die Frage, wer lebend aus diesem explosiven Katz-und-Maus-Spiel entkommen wird.
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DoFrSaSoMoDiMi
18:4518:4518:4518:4518:4518:45*

*OmU (Original mit dt. Untertiteln)
USA 2015
101 min. FSK 12
Regie
Jean-Marc Vallée
Drehbuch
Bryan Sipe
Darsteller
Naomi Watts
Chris Cooper
Jake Gyllenhaal
Verleih
Fox

Demolition

Liebe und Leben

In DEMOLITION („Demolition – Lieben und Leben”, 2015) bricht für den erfolgreichen Investmentbanker Davis (Jake Gyllenhaal) eine Welt zusammen, als seine Frau bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Obwohl sein Schwiegervater (Chris Cooper) ihn drängt, sich zusammenzureißen, verliert Davis zusehends die Kontrolle über sich. Ein Beschwerdebrief, den er an eine Verkaufsautomaten- Firma schreibt, weckt die Neugier der Kundendienst-Mitarbeiterin Karen (Naomi Watts). Daraus entspinnt sich ein reger Briefwechsel, der viele persönliche, geradezu intime Geständnisse zur Folge hat. Die beiden Fremden lernen sich persönlich kennen und entwickeln eine tiefe Beziehung, die sich für beide als Rettung erweist. Mit Hilfe von Karen und deren 15 Jahre alten Sohn (Judah Lewis) beginnt Davis ein neues Leben – doch dafür muss er zunächst sein altes hinter sich lassen. (Verleih)
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DoFrSaSoMoDiMi
21:0021:0021:0021:0021:15*21:0021:00

*OmU (Original mit dt. Untertiteln)
Irland, Großbritannien, USA 2016
106 min. FSK 6
Regie
John Carney
Drehbuch
John Carney
Darsteller
Lucy Boynton
Ferdia Walsh-Peelo
Aidan Gillen
Verleih
StudioCanal

Sing Street

Schwungvolle Coming Of Age-Story im Irland der 80er: „Rock‘n‘Roll bedeutet Risiko“. Diese Weisheit bekommt der 14-jährige Conor (Ferdia Walsh-Peelo) von seinem großen Bruder (Jack Reynor) mit auf den Weg, nachdem er kurzerhand beschlossen hat, eine Band zu gründen, um ein Mädchen zu erobern. Dieses Mädchen heißt Raphina (Lucy Boynton), ist ihres Zeichens Model und lässt sich darauf ein, im Musikvideo besagter, noch nicht wirklich existierender Band, aufzutreten. Conor, eigentlich ein stiller Junge, mobilisiert eine bunte Truppe Außenseiter, die alle mehr vom Leben wollen, als auf dem Schulhof als Fußabtreter herzuhalten und tritt mit Witz, Schlagfertigkeit und einer liebenswerten Prise Naivität gegen die Tristesse seines Umfelds und Strenge seiner Dubliner Schule an. Mit dem Sound von The Cure, Duran Duran und The Clash hat Regisseur John Carney („Once“, „Can a Song Save Your Life“) einen elektrisierenden Film geschaffen, eine Ode an die Mutigen und die Wilden, die ihren Träumen folgen und sich nicht beirren lassen.
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DoFrSaSoMoDiMi
15:3015:30
Deutschland 2016
123 min. FSK 12
Regie
Adolf Winkelmann
Drehbuch
Nils Beckmann, Till Beckmann, Adolf Winkelmann
Darsteller
Peter Lohmeyer
Charly Hübner
Oscar Brose
Verleih
Weltkino

Junges Licht

Ein Sommer im Ruhrgebiet: Der zwölfjährige Julian (Oscar Brose), wächst im Ruhrgebiet der 60er Jahre auf. Man raucht, isst Currywurst, kauft im Tante-Emma-Laden und sieht auf dem Weg zur Arbeit viele Gastarbeiter. Während seine Altersgenossen Bier trinken und obszöne Sachen machen, kümmert sich Julian um seine kleine Schwester, schmiert Brote für seinen unter Tage schuftenden Vater (Charly Hübner, „Das Leben der Anderen”) und hilft in der Kirche. Doch auch Julian spürt die ersten Anzeichen der Pubertät und interessiert sich zunehmend für die Nachbarstochter Marusha (Greta-Sophie Schmidt), die jedoch noch andere Verehrer hat. An einem heißen Sommertag entladen sich die Spannungen und Julians Familienleben gerät ins schleudern. Er läuft von zu Hause weg und sucht Hilfe bei einem Pfarrer (Ludger Pistor, „Die Frau in Gold”). Die Drehbuchautoren Till und Nils Beckmann brauchten nur wenig Überredungskunst, um den Autoren der Buchvorlage „Junges Licht”, Ralf Rothmann, für sich zu gewinnen. Auch Regisseur Adolf Winkelmann, bekannt durch seine Ruhrgebietstrilogie („Der Abfahrer”, „Jede Menge Kohle”, und „Nordkurve”), war begeistert sich wieder seiner Heimatregion widmen zu dürfen. So entstand ein authentisches Porträt einer Region und Zeit, die nicht nur das Wirtschaftswunder, sondern vor allem auch seine Bewohner geprägt hat.
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DoFrSaSoMoDiMi
15:4515:45
Israel 2015
104 min. FSK 0
Regie
Tomer Heymann
Drehbuch
Tomer Heymann
Darsteller
Ohad Naharin
Verleih
Farbfilm

Mr. Gaga

Der Guru des Modern Dance – Ein Porträt über den Ausnahme-Choreographen Ohad Naharin, dem Entwickler von „Gaga“, einer unvergleichlichen Bewegungssprache, und seine Arbeit mit dem israelischen Tanzensemble Batsheva Dance Company. Die faszinierende Geschichte eines künstlerischen Genies. Aufgewachsen im israelischen Kibuzz Misra, wird Ohad Naharin heute weltweit als einer der größten zeitgenössischen Choreographen gefeiert. Seine einzigartigen Visionen und ausgefallenen Tanzkompositionen verhalfen der Batsheva Dance Company zu internationalem Ruhm. Doch Naharins Meisterwerk ist eine eigens von ihm entwickelte Bewegungssprache, die konventionelle Muster durchbricht und nach der Interaktion der Beteiligten strebt, um einen Bewegungsraum der Freiheit und des Wohlbehagens zu schaffen. Der preisgekrönte Regisseur Tomer Heymann („Paper Dolls“, „Who‘s Gonna Love Me Now?“) gewährt einmalige Einblicke in das Leben und Wirken des Choreographen und lässt sein Publikum in atemberaubenden Tanzsequenzen schwelgen. Erstmals wurden hierfür auch unveröffentlichte Probeaufnahmen und Archivmaterial zusammengetragen. Ein sinnliches und kraftvolles Erlebnis nicht nur für Tanzfans – aber ganz besonders für diese.
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DoFrSaSoMoDiMi
13:15