Vorschau

 

HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER VORSCHAU, LIEBES KINOPUBLIKUM!

BRITISCHE STUDIE BEWEIST: WER REGELMÄSSIG INS KINO GEHT, WIRD SELTENER DEPRESSIV!

Es ist bekannt, dass Sport vor Depressionen schützt und uns im Allgemeinen ausgeglichener und glücklicher macht. Britische Forscher fanden aber jetzt heraus, dass auch durchweg angenehme Aktivitäten insbesondere kulturelle Unternehmungen, wie etwa Kino- oder Theaterbesuche, vor der Erkrankung schützen und sich ebenso positiv auf unseren Geist und Körper auswirken. Studienleiterin Daisy Fancourt und ihre Kollegen erklären den Zusammenhang zwischen kulturellen Aktivitäten und dem verringertem Risiko eine Depression zu entwickeln so: Kino-, Theater- oder Museumsbesuche fördern die soziale Interaktion, sie stellen kognitive Herausforderungen dar, fördern Kreativität und stimulieren so den Geist.

Ab 22.1.2019
2019
210 min.FSK 16
Drehbuch & Regie
Stefan Herheim

Pique Dame (Neuinszenierung)

Oper in drei Akten

In Tschaikowskys hoch emotionaler Oper über Obsessionen und übernatürliche Kräfte ist Hermann gefangen zwischen der geliebten Frau und einer vernichtenden Fixiertheit. Pique Dame entstand nach einer Kurzgeschichte von Puschkin und ist am Royal Opera House in einer neuen Produktion zu sehen, die schon in Amsterdam von der Kritik bejubelt wurde. Die Inszenierung verlegt die Handlung ins Uraufführungsjahr der Oper (1890). Während Tschaikowsky in seinem Arbeitszimmer sitzt, wird die Oper in seiner Vorstellung als seine eigene Geschichte lebendig, und ihre Charaktere bringen seine unerfüllten Sehnsüchte zum Ausdruck. Aleksandrs Antonenko und Eva-Maria Westbroek spielen die Hauptrollen, es singt der Royal Opera Chorus, und die musikalische Leitung hat Antonio Pappano, Musikdirektor der Royal Opera. Es ist das faszinierende Porträt eines gepeinigten Künstlers und zugleich eine fesselnde Schauergeschichte.
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Ab 24.1.2019
Großbritannien, Irland, USA 2018
120 min.FSK 12
Regie
Yórgos Lánthimos
Drehbuch
Deborah Dean Davis, Tony McNamara
Darsteller
Emma Stone
Rachel Weisz
Olivia Colman
Verleih
FOX

The Favourite

Intrigen und Irrsinn

Der Maestro der surrealen Verschiebung inszeniert ein faszinierendes Dreigespann des weiblichen Powerplays. Im frühen 18. Jh. liegt England im Krieg mit Frankreich, doch am königlichen Hof vergnügt man sich mit Entenrennen und Ananas. Die gebrechliche und wankelmütige Regentin Queen Anne (Olivia Colman) hat die meisten ihrer Regierungsgeschäfte an ihre enge Freundin und Beraterin Lady Sarah (Rachel Weisz) abgegeben. Als Sarah immer mehr von den politischen Aufgaben in Anspruch genommen wird, sieht das neue Dienstmädchen Abigail (Emma Stone) ihre Chance in der aristokratischen Hierarchie aufzusteigen, und die will sie nutzen, komme was wolle… Lanthimos ist berüchtigt dafür, zynisch menschliche Fehlbarkeit, ethische Dilemmata und den kränkelnden Geist der Moderne in groteske Dystopien fortzudenken. Seine letzten Stücke „The Lobster“ und „The killing of a sacred deer“ versetzen basale Themen wie Faschismus, Schuld und Sühne in Welten, die neuzeitlich und doch aus Zeit und Raum gefallen sind, und gerade soweit in ihrer Realität variieren, dass uns ganz alltägliches plötzlich zutiefst deplatziert erscheint. Und so verwandelt der Grand Monsieur des verrückenden Phantasiespiels den historischen Stoff um Königin Anne und ihre ehrgeizige Hofschaft leichter Hand in eine erfrischend unberechenbare Farce, die das Ensemble aus schonungslos scharfzüngigen Powerfrauen elegant und impulsiv auf den Abgrund zutanzen lässt.
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Ab 24.1.2019
USA 2018
121 min.FSK 12
Regie
Felix Van Groeningen
Drehbuch
Luke Davis, Felix Van Groeningen
Darsteller
Steve Carell
Timothée Chalamet
Maura Tierney
Verleih
NFP

Beautiful Boy

„Beautiful Boy“ erzählt die bewegende Geschichte einer Familie, die über Jahre hinweg gegen die Drogenabhängigkeit des ältesten Sohns Nic ankämpft. Davids Sohn Nic (Timothée Chalamet) ist drogenabhängig. Die Sucht hat sein Leben fast zerstört und Vater sowie Mutter versuchen alles Mögliche um ihrem Sohn zu helfen, leider wiederholt vergeblich. Nic will einen letzten Versuch starten... Der Film wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Wir kriegen dadurch einen Einblick in die Kindheit und Erziehung von Nic. Weil wie so oft in tragischen Situationen die Frage der Schuld im Raum steht, soll dies womöglich die Fragen beantworten können. Musik spielt in „Beautiful Boy“ eine große Rolle. Stücke von Musikern wie Mogwai, Sigur Rós, Nirvana oder Le Tigre begleiten Nic bei seinem Drogenrausch und im Alltag. Sie ordnen die Montage und erklären die Emotionen vieler Szenen. Der belgische Regisseur, der mit „The Broken Circle“ für den Oscar in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film nominiert war, drehte mit seinem Drama „Beautiful Boy“ erstmals einen Film in Hollywood. Als Vorlage für den Film dienten die Bücher „Beautiful Boy: A Father’s Journey Through His Son’s Addiction“ von David Sheff und „Tweak: Growing Up On Methamphetamines“ von Nic Sheff. „Beautiful Boy“ ist eine Suche nach Antworten. Ob es auch am Ende eine geben wird, sollten Sie selbst herausfinden.
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Ab 24.1.2019
Österreich 2019
90 min.FSK 0
Drehbuch & Regie
Eva Spreitzhofer
Darsteller
Caroline Peters
Simon Schwarz
Chantal Zitzenbacher
Verleih
Neue Visionen

Womit Haben Wir Das Verdient?

„Hätte es nicht wenigstens das Christentum sein können?“ Wanda (Caroline Peters) ist schockiert, als ihre 16 jährige Tochter Nina verkündet, dass sie zum Islam konvertiert ist. Wanda ist eine liberal eingestellte Frau, und trotzdem beginnt sie nun viel über den Islam zu recherchieren. Unterstützung bei der Suche nach den Beweggründen ihrer Tochter erhält sie von Hanife, die muslimische Mutter von Ninas Freundin Maryam. „Womit haben wir das verdient?“, impliziert schon durch den Titel eine negative Behaftung auf die Entscheidung der Tochter. Eva Spreitzhofer befasst sich mit einer Thematik, die scheinbar Rechtspopulisten an sich gerissen haben und gibt in ihrem Film im Gegenzug lösungsorientierte Perspektiven. Der Film befasst sich auch mit den Klischees des Islams, doch geht er gelungener maßen darüber hinaus. Es zeigt sich, dass natürlich nicht die Religion an sich das Problem ist, sondern der mangelnde Austausch und die daraus resultierende Unwissenheit. „Womit haben wir das verdient?“ ist zwar als Komödie gekennzeichnet, doch scheint er vielmehr eine andersartige Coming-of-age Geschichte mit aufklärendem Inhalt über den Islam und komödiantischen Einwürfen zu sein.
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Ab 27.1.2019
USA 1993
187 min.FSK 12
Regie
Steven Spielberg
Drehbuch
Steven Zaillian
Darsteller
Liam Neeson
Ben Kingsley
Ralph Fiennes
Verleih
Universal Pictures

Schindlers Liste

25th Anniversary

Diese Liste ist das Leben: Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von Steven Spielbergs Meisterwerk „Schindlers Liste“, wird Universal Pictures den Film am 27. Januar 2019, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (Holocaust), in technisch überarbeiteter Version wieder ins REX zurück bringen. Ausgestattet mit 4K, Dolby Cinema und Atmos, wird das mit sieben Oscars ausgezeichnete Drama für diesen Tag wieder im REX zu entdecken sein. 1939: Mithilfe jüdischen Kapitals gelingt es dem cleveren Geschäftsmann Oskar Schindler (Liam Neeson), in Krakau eine enteignete Emailfabrik zu kaufen, die fortan Feldgeschirr für den sich anbahnenden Krieg herstellt. Um seinen Profit zu maximieren, setzt er äußerst preiswerte jüdische Arbeitskräfte aus dem Krakauer Getto ein, die ihm auf Grund der kriegswichtigen Güter, die seine Fabrik produziert, zugestanden werden. Schindler versteht es, zu repräsentieren und Geschäftskontakte zu knüpfen, ist aber in Verwaltungs- und Koordinationsaufgaben auf seinen versierten Buchhalter Itzhak Stern (Ben Kingsley) angewiesen. In Kooperation ihrer Talente entwickelt sich die Emailfabrik zu einem florierenden Unternehmen, welches immer mehr Arbeitskräfte benötigt. Stern, dem in Personalfragen freie Hand gelassen wird, nutzt dies um möglichst viele Juden, zumeist denen, die aufgrund ihrer akademischen oder künstlerischen Vergangenheit oder einer Behinderung für die Industriearbeit nicht in Frage kämen, einen Arbeitsplatz in der Fabrik zu verschaffen. 1943 werden die Überlebenden des Krakauer Gettos in das Arbeitslager Krakau-Plaszów überführt. Hier erlebt Schindler mit, wie die Insassen auf unmenschliche Art und Weise behandelt werden, wie Wachsoldaten willkürlich Menschen erschießen. Dann soll auch dieses Lager geschlossen und die noch lebenden Juden zur Liquidierung nach Auschwitz gebracht werden. Schindler jedoch setzt alles daran, dies zu verhindern... (Verleihtext)
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SONDERVORSTELLUNG IM REX: SONNTAG, 27. JANUAR 2019 - 14:30 UHR TICKETS JETZT ERHÄLTLICH!
Ab 30.1.2019
2019
215 min.FSK 16
Drehbuch & Regie
Richard Eyre
Darsteller
Ermonela Jaho

La Traviata

Oper in drei Akten

Von der unerwarteten Liebe bis zur herzergreifenden Versöhnung, die zu spät kommt – Verdis La traviata gehört zu den populärsten Opern aller Zeiten. In der glamourösen Pariser Gesellschaft verliebt sich Alfred in die Kurtisane Violetta, doch hinter den Kulissen wirken finstere Gegenströme, die zu einem tragischen Ende führen. Das berühmte Brindisi und das überschwängliche »Sempre libera« gehören zu den vielen Melodien dieses Werks, die die Lyrik der italienischen Oper von ihrer unwiderstehlichsten Seite zeigen. Richard Eyre arbeitet in seiner Produktion für die Royal Opera alle emotionalen Schattierungen heraus – von der überschwänglichen Entdeckung der Liebe über die schmerzliche Konfrontation bis zum unausweichlichen Ende. Üppige historische Bühnenbilder und Kostüme verstärken die Wirklichkeitsnähe einer bewegenden Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit basiert.
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Ab 31.1.2019
USA 2018
130 min.FSK 12
Regie
Peter Farrelly
Drehbuch
Nick Vallelonga, Brain Hayes Currie, Peter Farrelly
Darsteller
Viggo Mortensen
Mahershala Ali
Linda Cardellini
Verleih
Entertainment One Germany

Green Book

Eine Besondere Freundschaft

Ein ungleiches Paar lernt auf der Straße der Anfeindung, dass Freundschaft alle Farben transzendiert. Viggo Mortensen hat schon so ziemlich alles auf der Leinwand verkörpert: den amischen Handwerker, russischen Gangster, Tolkiens Waldläufer, Sigmund Freud, Captain Fantastic und nun zählt auch der italo-amerikanische Proll zu seinem Repertoire. Kaum vorzustellen, hält man sich den feingeistigen, Kunst und Philosophie liebenden, dänisch-amerikanischen Schauspieler vor Augen und sein lautes, wild gestikulierendes Portrait eines ungebildeten Türstehers mit Herz würde wohl kaum ohne das sanft-autoritäre Pendant von Mahershala Ali (Oscarpreisträger „Moonlight“) funktionieren. Die beiden Männer gründen eine Zweckgemeinschaft. Ali's „Dr. Don Shirley“ ist ein begnadeter klassischer Pianist und wird während einer Tournee von Mortensens „Anthony (Tony Lip) Vallelonga“ durch die rassenfeindlichen US-Südstaaten der 60er Jahre chauffiert. Die Bigotterie, der die beiden begegnen, reicht von höflicher Heimtücke bis hin zu blank fanatischem Hass. Tony bekommt ein bisschen Anstand und Bildung mit auf den Weg und lernt Vorurteile abzulegen. Seine Offenheit und Güte bricht wiederum durch Dons schwer zu durchdringenden Schild der Etikette und des Intellekts, hinter dem sich ein zweifelnder, einsamer Mann verbirgt. Es sind vor allem die Darsteller, die dem einfachen aber charmanten Freundschaftsdrama zu Hochglanz verhelfen. Auch die vortreffliche Linda Cardellini sei hier kurz erwähnt. In einer Welt, die mit jedem Tag hässlicher erscheint, wirkt dieses aufrichtige Plädoyer für menschliches Miteinander, wie ein Schluck warmer Tee an einem kalten Wintermorgen.
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Victor Hugo Green hatte 1932 die Idee einen Reiseführer zu verfassen, der es Afroamerikanern ermöglichen sollte ohne Erniedrigung zu reisen. Das Buch galt als Überlebenshilfe für Schwarze zur Zeit der Rassentrennung.
Ab 31.1.2019
Deuutschland 2018
84 min.FSK 0
Drehbuch & Regie
Martin Tischner
Darsteller
Tobias Krell
Lars Rudolph
Ulla Lohmann
Verleih
MFA

Checker Tobi Und Das Geheimnis Unseres Planeten

Der KiKA-Held vieler Kinder erobert endlich die große Leinwand. Der Kinofilm „Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten“ ist noch lustiger, spannender und emotionaler als Tobis TV-Reportagen. Ein Abenteuerfilm für die ganze Familie! Checker Tobi (Tobias Krell) beschäftigt sich gerade mit dem Thema Piraten, als er in den Wellen eine geheimnisvolle Flaschenpost findet. Darin ist ein Rätsel verborgen, dass Tobi natürlich sofort lösen möchte, doch dafür benötigt er das Geheimnis unseres Planeten. Also begibt er sich auf eine Reise, die ihn etwa an den Rand eines aktiven Vulkans, in die tasmanische Unterwasserwelt, ins ewige Eis und in die indische Metropole Mumbai führt. Schließlich bemerkt Tobi, dass er die Lösung des Rätsels die ganze Zeit direkt vor seiner Nase hatte... (Verleihtext)
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Ab 31.1.2019
USA 2018
90 min.FSK 16
Regie
Clint Eastwood
Drehbuch
Nick Schenk
Darsteller
Clint Eastwood
Bradley Cooper
Dianne Wiest
Verleih
Warner Bros. Pictures

The Mule

Clint Eastwood inszeniert und spielt die Rolle eines 90jährigen Weltkriegsveteran und Drogenkuriers, der für das mexikanische Kartell Jahre lang Kokain über die US-Grenze schmuggelte. Eigentlich sollte ja Schluss sein mit Film, ließ Leinwandikone Clint Eastwood nach seinem viel gepriesenen, letzten Auftritt in „Gran Torino“ (2008) verlauten. Zumindest vor der Kamera, denn immerhin produziert und inszeniert Eastwood nach wie vor Filme wie am Fließband. Sein fragwürdiges Portrait über Amerikas „erfolgreichsten“ Scharfschützen „American Sniper“ (2014) ließ die Kassen klingeln und gewann einen Oscar. Dann entdeckte der ebenfalls auf die 90 Jahre zugaloppierende Regisseur, Produzent und Schauspieler die Reportage über Leonard Sharp, der seine Rente als Drogenkurier aufbesserte, kuriose Geschichte, filmreif, so sei es. Eastwood schart eine edle Besetzung (u.a. Bradley Cooper, Dianne Wiest, Andy Garcia, Lawrence Fishburne und Töchterchen Alison) um seine alten Knochen und will es nochmal wissen. Als brummiger, reumütiger aber beinharter Drogenmaulwurf, lässt er in diesem Krimithriller nochmal Spannung aufkommen. Ist wohl noch was Sprit im Tank.
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Clint Eastwood inszeniert und spielt die Rolle eines 90jährigen Weltkriegsveteran und Drogenkuriers, der für das mexikanische Kartell Jahre lang Kokain über die US-Grenze schmuggelte.
Ab 31.1.2019
Deutschland, Frankreich, Südafrika 2018
98 min.FSK 6
Regie
Gilles de Maistre
Drehbuch
William Davis, Prune de Maistre, Gilles de Maistre, Jean-Paul Husson
Darsteller
Daniah De Villiers
Mélanie Laurent
Langley Kirkwood
Verleih
StudioCanal

Mia Und Der Weisse Löwe

Ein Mädchen kämpft für die Freiheit seines wilden Freundes: spannendes Familienabenteuer vor der Traumkulisse Südafrikas. „Mia und der weiße Löwe“ ist ein opulent gefilmtes, spannendes Familienabenteuer um ein Teenagermädchen und ihre innige Freundschaft zu einem weißen Löwen. Gedreht über einen Zeitraum von drei Jahren vor der traumhaften Kulisse Südafrikas, erzählt die Geschichte davon, dass man für seine Überzeugungen, Träume und Freunde kämpfen muss. Der bekannte „Löwen-Flüsterer“ Kevin Richardson hat die Dreharbeiten von Beginn an begleitet und Hauptdarstellerin Daniah de Villiers über den kompletten Zeitraum der Dreharbeiten hinweg betreut und an die Löwen herangeführt. (Verleihtext)
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Ab 7.2.2019
Deutschland 2018
95 min.FSK 12
Regie
Anca Miruna Lazarescu
Drehbuch
Silvia Wolkan
Darsteller
Ella Frey
Martin Wuttke
Emilia Bernsdorf
Verleih
Concorde Filmverleih

Glück ist was für Weicheier

Wenn es hart kommt, kommt es womöglich noch härter. Ein Film zum Heulen, gleichzeitig zum Schreien komisch. Die kleine Jessica (großartige Newcomerin: Ella Frey) hat einen Hang zum Aberglauben. Sie glaubt, dass vieles im Leben Unglück bringt. Gewisse Zahlen zum Beispiel. Die sind böse und sollten nicht benutzt werden. Aber manchmal kann man nicht anders. Und dann kommt das Unglück. Deswegen ist auch Jessicas Mutter gestorben und ihre ältere Schwester Sabrina (Emilia Bernsdorf) ernsthaft krank geworden. Jessica ist kratzbürstig, dickköpfig und unnahbar. Sie möchte ihrer großen Schwester Sabrina helfen wieder gesund zu werden. Sie hat gehört, dass Menschen im Mittelalter glaubten, dass sie durch Sex Krankheiten wie die Pest auf den anderen „übergeben“ konnten und sie diese dann selbst los wären. Ein naiver Plan, den Jessica hier schmiedet. Trotzdem sucht das schüchterne Mädchen allen Ernstes einen Liebhaber für ihre Schwester...Der Film stellt sich dem Schmerz des Verlustes, den die Familie erleidet und doch wirkt der Film nie als ein Trauergesang auf den Tod, sondern wie eine Feier für das Leben. In dem Traurigkeit einen ebenso großen Platz einnehmen darf wie das Glück. Und das ist längst nicht nur etwas für Weicheier. Dem Langfilmdebüt der Regisseurin Anca Miruna Lazarescu gelingt es dem schwierigen Thema Tod auf berührende Weise zu begegnen.
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„EINE HYMNE AUF DAS LEBEN“ HOFER FILMTAGE; „ERINNERT AN AMERICAN BEAUTY“ SPIEGEL ONLINE
Ab 14.2.2019
Frankreich 2018
86 min.FSK 0
Drehbuch & Regie
Guillaume Maidatchevsky
Darsteller
Anke Engelke
Verleih
Ascot Elite Filmverleih

Ailos Reise

AILOS REISE wird die ganze Familie verzaubern und unterhalten. Für ein kleines Rentier wie Ailo ist die Welt ein großes Abenteuer! Geboren in der wilden und majestätischen Natur Lapplands, muss Ailo zusammen mit seiner Herde eine gefährliche Reise durch die gefrorene Taiga, vorbei an imposanten Fjorden und unwegsamen Bergen antreten, die ein ganzes Jahr dauern wird. Jeder neue Tag bringt für Ailo Überraschungen, aber auch Gefahren: Er trifft auf Polarfüchse, Lemminge, Adler, Wölfe, Eichhörnchen und Hermeline – harmlose Tiere und solche, vor denen sich ein kleines Rentier in Acht nehmen sollte. An der Seite seiner Mutter lernt Ailo zu überleben und wächst auf der Wanderung seiner Herde durchs wilde Lappland zu einem großen Rentier heran...(Verleihtext)
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Erzählt von Anke Engelke
Ab 19.2.2019
2019
165 min.FSK 6
Drehbuch & Regie
Marius Petipa

Don Quixote

Ballet in einem Prolog und drei Akten

LIEBE UND FREUNDSCHAFT TRIUMPHIEREN IN CARLOS ACOSTAS DYNAMISCHER PRODUKTION DIESES MITREISSENDEN BALLETTS. Cervantes’ Roman von dem unbeholfenen Ritter Don Quixote hat viele künstlerische Interpretationen gezeitigt. Marius Petipamachte aus den Erlebnissen des Mannes aus der spanischen Mancha und seines getreuen Knappen Sancho Panza ein prachtvolles Ballett. Im Mittelpunkt stehen die virtuosen Partien des Liebespaares Basilio und Kitri. Carlos Acosta gab mit der Choreografie dieses unterhaltsamen Klassikers seinen Einstand beim Royal Ballet. Seine dynamische Inszenierung bringt die gesamte Compagnie auf die Bühne und lässt sie unter anderem ausgelassene Dorfbewohner, leidenschaftliche Zigeuner und fantastische Blumen tanzen. Die Geschichte folgt der pikaresken Reise des Don Quixote, der für seine imaginäre Edeldame Dulcinea Ruhmestaten vollbringen will. Sonnig, charmant, lustig und anrührend – das Ballett Don Quixote ist ebenso reich an erhebenden Emotionen wie an erstaunlichen Ballett-Techniken.
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Ab 21.2.2019
USA 2018
104 min.FSK 0
Regie
Marielle Heller
Drehbuch
Nicole Holofcener, Jeff Whitty
Darsteller
Melissa McCarthy
Richard E. Grant
Dolly Wells
Verleih
FOX

Can You Ever Forgive Me?

So hat man Komikerin Melissa McCarthy (BRAUTALARM, SPY, GILMORE GIRLS) noch nicht gesehen. Sie porträtiert eine unauffällige, Mitfünfziger-Buchautorin aus New York, die, um die Arztkosten ihrer Katze zu decken, zur Fälscherin seltener Briefe wurde. So tatsächlich geschehen im Frühjahr 1992 in New York City. Anfang der 90er war die amerikanische Buchautorin und Biografin Lee Israel ausgebrannt und mittellos. So begann die unverheiratete und kinderlose Frau damit, aus der Not heraus, Briefe verstorbener Schriftsteller zu fälschen und an Antiquitätenhändler zu verkaufen – u.a. ermöglichte dies auch ihr uneingeschränkter Zugang zu den Archiven der Stadt in denen sie oft für ihre Biografien recherchierte. Binnen eines Jahres gelang es Israel, über vierhundert Schriftstücke zu fälschen und zu veräußern. Unter Sammlern sind seltene, gerne auch private, Aufzeichnungen und Briefe bekannter Persönlichkeiten viel Geld wert. Natürlich flog die Sache irgendwann auf und verhalf Lee Israel ironischer Weise zu ihrem größten Bucherfolg. Eine ihr auf den Leim gegangene Buchhändlerin sagte einmal über sie: „Ich bin heute nicht mehr wütend auf Lee, allerdings war das damals ein sehr hohes Lehrgeld für mich und sie war eine hervorragende Schriftstellerin. Die Briefe waren großartig.“ Für die Schauspielerin McCarthy war vor allem die Erscheinung von Israel reizvoll. Eine an den Rand der Gesellschaft gedrängte, unscheinbare Existenz, die unbemerkt durchs Leben schlurft und sich nichts sehnlicher wünscht, als gesehen zu werden, aber auch lieber andere vor den Kopf stößt, bevor sie bereit ist sich selbst zu ändern. McCarthy verleiht dieser, nicht immer liebenswerten, traurigen Seele viel Komplexität und Wärme und zeichnet ein bemerkenswertes Portrait einer außergewöhnlichen Frau und ihrer bizarren kriminellen Karriere.
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„CLEVER, WITZIG UND BEWEGEND...MCCARTHY UND GRANT IN DER ROLLE IHRES LEBENS.“ LYNN HIRSCHBERG, W MAGAZINE
Ab 21.2.2019
Deutschland 2019
0 min.FSK 16
Regie
Fatih Akin
Drehbuch
Heinz Strunk
Darsteller
Jonas Dassler
Philipp Baltus
Dirk Böhling
Verleih
Warner Bros.

Der goldene Handschuh

Deutschland – deine Serienmörder. Es sieht so aus, als würde Fatih Akin nach seinem letzten wuchtigen Film AUS DEM NICHTS eine kleine Vorliebe für rohe Gewalt entwickeln. Ist ja auch ein sehr faszinierendes Thema – schließlich versucht man in die Köpfe der Täter und Mörder zu schauen, Motive zu finden und Vorlieben zu entschlüsseln. Dieser Film zeigt uns das Leben von Fritz Honka (Jonas Dassler), Hobby: Serienmörder. Honka lebt in den 70ern in St. Pauli. Er ist Gelegenheitsarbeiter, kämpft sich so durch. Abends geht er in seine Stammkneipe, den „Goldenen Handschuh“. In der dichten und verschnappsten Atmosphäre ist es für den kleinen, verunstalteten Mann leichter Frauen anzusprechen, schließlich möchte er diese ja ermorden. Honka mordet – vier mal insgesamt – und bleibt lange unentdeckt. Er ist brutal und ein Paradebeispiel eines Serienmörders – schlimme Kindheit, kaum Selbstvertrauen und getrieben. Die Romanvorlage liefert Heinz Strunk – seines Zeichens Humorist, der auch schon andere Bücher wie „Fleisch ist mein Gemüse“ geschrieben hat. Wer das Satireformat „extra 3“ kennt, der kennt auch Heinz Strunk. Fatih Akin verwandelt Strunks Roman, der aus der Sicht Honkas geschrieben wurde, in eine stickige und schmuddelige Studie. Die 1970er alleine würden schon fast dafür ausreichen, denn die Mischung aus Braun und Gelb, großen Krägen und Pomade setzt dem Gesamtbild noch die Krone auf.
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Die Entdeckung der Mordfälle im Sommer 1975 beendete die Sommerflaute in der Presselandschaft. Die BILD-Zeitung läutete die Sensation des bizarren Mordfalles mit Schlagzeilen "Vier Frauen - von Nachtwächter geköpft und zerhackt" ein.
Ab 21.2.2019
USA 2018
132 min.
Drehbuch & Regie
Adam McKay
Darsteller
Christian Bale
Amy Adams
Steve Carell
Sam Rockwell
Tyler Perry
Verleih
Universum Film

Vice

Der zweite Mann

Mies, machtgeil, manipulativ – stylisches Biopic über den berüchtigtsten Vize-Präsidenten der amerikanischen Geschichte – Dick Cheney. Dick Cheney (Christian Bale) mauserte sich vom Uni-Abbrecher zum mächtigsten Vize-Präsidenten der Neuzeit. In seine Amtszeiten fielen der Balkankrieg sowie der Irakkrieg. Durch eine von ihm vorgeschlagene Gesetzesänderung konnten über Jahre milliardenschwere Bauaufträge des Militärs ausschließlich über eine einzige Firma abgewickelt werden – bei der er zufällig ein paar Jahre später Vorstandsmitglied wurde. Es wunderte niemanden, dass er bei seinen Mitarbeitern im weißen Haus unter dem Spitznamen „Darth Vader“ bekannt war…Regisseur Adam McKay, der für das Drehbuch seiner starbesetzten Satire THE BIG SHORT über die Immobilien- und Bankenkrise einen Oskar erhielt, besticht auch jetzt wieder raffiniert inszeniert als messerscharfer Beobachter. In gewohnt coolem Ton ergründet er, von der treibenden Kraft hinter dem mächtigen Mann (brilliant: Amy Adams als ambitionierte Gattin Lynne Cheney) bis zu seinem immensen Einfluss auf den Präsidenten, die Beweggründe und den immernoch vorhandenen systematischen Impact von Politiker und Privatmann Richard Bruce Cheney.
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NOTIZ: Mitproduziert wird der Streifen unter anderem von Will Ferrel und Brad Pitt. Letzterer hat schon Meisterwerke wie MOONLIGHT und 12 YEARS A SLAVE mitproduziert.
Ab 21.2.2019
USA 2018
115 min.FSK 12
Drehbuch & Regie
Joel Edgerton
Darsteller
Lucas Hedges
Nicole Kidman
Russell Crowe
Verleih
Universal Pictures

Der verlorene Sohn

Starbesetzter Kampf eines jungen Mannes gegen unmenschliche Praktiken der amerikanischen „ex-gay-Bewegung“. Jared Eamons (Lucas Hedges) ist ein glücklicher Student und Sohn von Autoverkäufer und Baptistenprediger Marshall (Russell Crowe) und Hausfrau Nancy (Nicole Kidman). Durch einen dramatischen Zwischenfall kommt ans Licht, dass sich Jared von Männern angezogen fühlt. In der geordneten christlichen Welt seines Vaters ist das unmöglich, und so drängt er Jared dazu, sich in einer von der Außenwelt abgeschotteten Einrichtung in eine fundamentalistische Therapie zu begeben, die ihn von seiner Homosexualität „heilen“ soll. Die Härte der Therapie trifft Jared völlig unvorbereitet, und auch seine Mutter kämpft zunehmend mit der immer schlechter werdenden Verfassung ihres Sohnes...Regisseur Joel Edgerton adaptiert den autobiographischen Bestseller „Boy Erased“ von Garrard Conley, der durch die unmenschlichen Erfahrungen im Rahmen einer „Reparativtherapie“ traumatisiert wurde und lange kämpfen musste um die dort erfahrene Demütigung und Misshandlung zu verarbeiten. Regisseur und Starbesetzung versuchen nicht mit dem Finger auf Menschen zu zeigen, sondern erzählen die Geschichte eines bigotten Systems, das Menschen in Schubladen steckt und dazu bringt auch die zu verletzen, die wir am meisten lieben, sowie von Menschen, die die Stärke finden, sich gegen dieses System aufzulehnen. Stark!
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NOTIZ: Unglaublich aber wahr. Auch heute noch darf die Konversionstherapie in 36 US-Staaten uneingeschränkt angewendet werden, nur 14 Bundesstaaten und Washington D.C. haben Gesetze gegen die Behandlung von Minderjährigen.
Ab 28.2.2019
Großbritannien 2019
119 min.
Regie
Hans Petter Moland
Drehbuch
Frank Baldwin, Kim Fupz Aakeson
Darsteller
Liam Neeson
Emmy Rossum
Laura Dern
Verleih
StudioCanel

Hard Powder

Liam Neeson kann sich nicht mal fünf Minuten ausruhen. Ob Oskar Schindler, Jedi-Ritter oder Batman-Bösewicht – Liam Neeson hat immer alle Hände voll zu tun. Der Mann mit der beeindruckenden Nase und dem sanften Auftreten ist mittlerweile 67 und strotzt vor Kraft. Dieses mal spielt er Nels Coxman, einen Schneepflugfahrer in einem Skigebiet in den Rocky Mountains. Ein schöner Job: mit einem riesigen Wagen durch die Gegend fahren und Schnee wegschieben –würde sein Sohn sich nicht mit Drogenbossen einlassen, wäre die Welt in Ordnung. Leider hat der junge Mann aber nichts Besseres zu tun als sich mit einem schlimmen Kartell einzulassen, dessen Anführer Viking (Tom Bateman) ein Vorzeigebild an Kriminalität ist und Nels’ Sohn eines Tages ermorden lässt. Der entrückte Vater hat nur ein Verlangen: Rache! Im Alleingang beginnt Nels „Ein-Mann-Armee“ Coxman einen Krieg mit dem Drogenkartell und scheint dabei unaufhaltsam. Hard Powder ist ein Remake des norwegischen Films EINER NACH DEM ANDEREN. Die Norweger haben ihre Version allerdings mit jeder Menge schwarzem Humor gesalzen. Dafür ist Hard Powder wesentlich thrilliger und actionreicher- und sensationell besetzt. Neben Liam-Ich-mach-alles-alleine-Neeson zeigt sich der sehr charismatische Tom Bateman als echter Superbösewicht. Die Frauenfront stellt Laura Dern (DOWNSIZING) und Emmy Rossum (SHAMELESS) als taffe Glanzstücke.
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Ab 28.2.2019
USA 2018
133 min.FSK 12
Regie
George Tillman Jr.
Drehbuch
Audrey Wells
Darsteller
Amandla Stenberg
Regina Hall
Russell Hornsby
Verleih
FOX

The Hate U Give

"little infants fuck everybody" (Der Hass, den du kleinen Kindern gibst, fällt auf jeden zurück). Starr (Amandla Stenberg) lebt in zwei Extremen, zu Hause ist sie von Drogenhandel und Kriminalität umgeben, und daneben geht sie auf eine Privatschule mit „weißem Spießbürgertum“. Eines Abends fährt sie von einer Party mit Ihrem Schwarm Khalil (Algee Smith) nach Hause. Sie werden von der Polizei angehalten, die Situation eskaliert und Starr wird Zeugin wie ihr Freund von der Polizei erschossen wird. Starr gerät in einen großen inneren Konflikt, da ihre Aussage zum einen einer Bewegung helfen könnte, die auf Polizeigewalt aufmerksam macht, aber auf der anderen Seite hat sie Angst den Anführer der King Longs gegen sich aufzubringen, da Khalil für ihn gedealt hat. THE HATE YOU GIVE beschäftigt sich unter anderem mit der Frage von Polizeigewalt und strukturellem Alltagsrassismus, aber auf einer neuen Ebene. Denn er richtet sich wie z.B. WER DIE NACHTIGALL STÖRT und DETROIT nicht nur an Erwachsene. (Der Roman „The Hate You Give“) wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.) Starkes Coming-of-Age eines sechzehnjährigen Mädchens welches einen inneren Konflikt durchlebt, und lernen muss, auf ihre eigene Stimme zu hören. Subtil unterstreicht das Spiel mit Licht und Farben das sich zunehmend verändernde Seelenleben von Starr und macht den inneren Konflikt so eindrucksvoll sichtbar.
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NOTIZ: THE HATE YOU GIVE thematisiert ein immer noch aktuelles Thema, bleibt stets auf Augenhöhe mit seinem Zielpublikum und wirkt mit Inhalt, Darstellern und Bildern stark, eindringlich und bewegend nach.
Ab 28.2.2019
China, Frankreich, Japan 2018
135 min.
Drehbuch & Regie
Zhangke Jia
Darsteller
Zhao Tao
Fan Liao
Zheng Xu
Verleih
Neue Visionen

Asche ist reines Weiß

Gefühlvolle Frauenpower – Inszenierung von Chinas Starregisseur Jia Zhang-ke. Bin (Liao Fan) führt als Boss einer sogenannten Triade ein respektables Leben in der chinesischen Millionenstadt Daton. Wie die anderen Mitglieder so folgt ihm auch seine Freundin Qiao (Zhao Tao) bedingungslos. Ihr Ehrenkodex lautet: Ehrlichkeit, Verbindlichkeit und Loyalität. Das schweißt zusammen und rettet Bin sogar das Leben. Denn als sie von einer Motorrad-Gang auf der Straße überfallen werden, macht Qiao von Bins Schusswaffe Gebrauch und verhindert somit seinen grausamen Tod. In China ist es verboten Waffen bei sich zu führen, daher muss sie für fünf Jahre ins Gefängnis. Sie übersteht die harte Zeit, hört aber nie wieder etwas von Bin. Auch nach ihrer Entlassung heißt es leider nicht „Mafiaboss sucht Frau“, sondern es herrscht Stille. Qiao gibt sich mit dieser Leere in ihrem Leben nicht zufrieden und geht auf die Suche nach Bin...Die Hauptdarstellerin Zhao Tao ist die Ehefrau des Regisseurs und hat bereits in seinen früheren Filmen PLATFORM und STILL LIFE mitgespielt. Ihr Karriere startete 1999. In 10 Filmen und mehreren Kurzfilmen war sie bisher zu sehen.
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NOTIZ: Die Filme von Jia Zhangke zeichnen sich durch einen betonten Realismus aus. Seine Themen findet er im täglichen Leben der semi-urbanen Zonen Chinas, wo er die Kehrseite dessen auf die Leinwand bringt, was das offizielle chinesische Kino entwirft.
Ab 28.2.2019
Belgien, Frankreich 2017
100 min.
Regie
Marc Dugain
Drehbuch
Chantal Thomas, Marc Dugain
Darsteller
Lambert Wilson
Anamaria Vartolomei
Olivier Gourmet
Verleih
Alamode Film

Ein königlicher Tausch

Zwischen zynischer Dekadenz und königlichen Machtspielen müssen zwei junge Prinzessinnen ihre Frau stehen. 1721 ist das spanische Königshaus durch einen Erbfolgekrieg ausgeblutet, in Frankreich ist der fünfjährige Urenkel des Sonnenkönigs Ludwig XIV der einzige Nachfolger, der nicht von den Pocken dahingerafft wurde. Der brillante Stratege Phillip von Orleans (Oliver Gourmet), der Vormund des zum neuen König bestimmten Sprösslings, ersinnt einen Plan, der den beiden Ländern zum Frieden und den Königshäusern zu neuem Glanz verhelfen soll: seine Tochter Lousie Elisabeth soll den spanischen Thronfolger heiraten, und der nun elfjährige Ludwig XV wird mit der nur vierjährigen Infantin des spanischen Hofes vermählt. Doch die Jungvermählten spielen nach eigenen Regeln, und der Prinzessinnentausch zieht ungeahnte Konsequenzen nach sich…Marc Dugain zeichnet nach einer wahren Geschichte mit viel Gefühl und humorvollen Untertönen ein Sittenbild des 18. Jahrhunderts, in dem Kinder als politische Schachfiguren benutzt werden und wie Werkzeuge in der adeligen Maschinerie des Ancient Regime ihren Zweck erfüllen sollen. Die prachtvolle Ausstattung und die absolut starke Besetzung lassen die Spannung zwischen der unbedingten Erfüllung der royalen Rolle und dem mitreißenden Ausbruch aus eben dieser lebendig werden. Faszinierend!
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NOTIZ: Der Film beruht auf dem Schicksal wahrer Figuren. In dieser Zeit war Frankreich die weltweit führende Nation mit einem dreizehnjährigen König, der sich selbst zu finden versuchte und einem 21-jährigen, degenerierten Premierminister.
Ab 7.3.2019
USA 2018
117 min.
Drehbuch & Regie
Barry Jenkins
Darsteller
KiKi Layne
Stephan James
Regina King
Verleih
DCM Filmdistribution

Beale Street

Eine der zartfühlendsten, lyrischsten und bestfotografierten Liebesgeschichten des Frühjahrs, von den oscarprämierten Machern von MOONLIGHT, erzählt von einem jungen Paar, das sich gegen alle Widerstände eine gemeinsame Zukunft aufbauen möchte. Tish, eine junge Frau aus dem Harlem der 70er, fürchtet sich davor ihrer Familie von ihrer Schwangerschaft zu erzählen. Grund dafür ist der Vater des Kindes, ihr Jugendfreund Fonny. Dieser sitzt nämlich wegen „Verdachts auf Vergewaltigung“ in Untersuchungshaft und obwohl beide Familien von Fonnys Unschuld überzeugt sind, wissen sie, dass die Zukunft des jungen Paares gefährdet ist. Die Vorlage zu dieser anrührend, dramatischen Liebesgeschichte stammt von Schriftsteller James Baldwin, einem, neben Dr. King und Malcom X, bedeutendsten Vordenker der Bürgerrechtsbewegung und obwohl BEALE STREET kein wütendes Bürgerrechtsdrama nach SELMA oder BLACKkKLANSMAN ist, so steckt es doch voll subtil gestreuter Gesellschaftskritik und Anklagen gegen Ungerechtigkeit. Neben der aufwühlenden Zuspitzung um Fonnys Schicksal erzählt der Film aber auch einfühlsam von den Anfängen seiner Liebe zu Tish. Diese Episoden sind Hoffnungsträger und Herzstück des Films und werden auch nach der Sichtung noch lang im Gedächtnis bleiben. BEALE STREET ist weniger wuchtig und auffällig als MOONLIGHT aber nicht weniger wertvoll oder mit minderer Hingabe gemacht. Ein echter Geheimtipp für zarte Kinomomente.
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Ab 7.3.2019
Frankreich 2018
117 min.
Regie
Jacques Audiard
Drehbuch
Thomas Bidegain, Jacques Audiard
Darsteller
John C. Reilly
Joaquin Phoenix
Jake Gyllenhaal
Verleih
Wild Bunch

The Sisters Brothers

Gewinner des „Silbernen Löwen“ für die „Beste Regie“ Internationale Filmfestspiele von Venedig 2018. Eli und Charlie (John C. Reilly und Joaquin Phoenix) sind die Sisters Brüder und leben im Jahr 1851 im Wilden Westen. Sie sind Auftragskiller und sehr gut darin. So ist ihr nächstes Ziel einen gewissen Hermann Warm (Riz Ahmed) zu töten, weil dieser ein Mittel erfunden hat um Gold im Wasser sichtbar zu machen. Ihr eigentlicher Kontaktmann Jim Morris (Jake Gyllenhaal) ist ihnen ein paar Tage voraus, hat aber doch eigene Pläne mit Warm im Kopf. So beginnt ein Katz und Maus spiel, doch eine Wendung lässt nicht lange auf sich warten…Selbstverständlich bringt Regisseur Jacques Audiard Saloons, Pferde und Schießerei mit ein, doch haben die SISTERS BROTHERS noch wesentlich mehr zu bieten als ein normaler „Wilder Westen“. Die unterschiedlichen Brüder und ihre Beziehung sowie ihr miteinander ist nachempfindbar und authentisch dargestellt. Wirklich witzige und ironische Dialoge, die einen mehr als zum Schmunzeln bringen und eine spannende und bewegende Geschichte mit vielen Wendungen, die mit tollen Bildern untermalt wird. THE SISTERS BROTHERS ist dadurch auch für die „Nicht Western Fans“ sehr empfehlenswert!
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