Vorschau

 

 
Ab 1.3.2018
Frankreich, Italien, USA, Brasilien 2017
131 min.FSK 12
Regie
Luca Guadagnino
Drehbuch
James Ivory
Darsteller
Armie Hammer
Timothée Chalamet
Michael Stuhlbarg
Verleih
Sony

Call Me By Your Name

Zarte Liebe vor traumhafter Kulisse. In bella Italia wird eine Sommerromanze zur Reifeprüfung im Paradies. Mit dem attraktiven Sunnyboy Oliver (Armie Hammer, „Nocturnal Animals“, „Social Network“) hat sich der emeritierte Professor und Familienvater Perlman (Michael Stuhlbarg, „Shape of Water“, „A Serious Man“) eine echte Irritation als Studienhilfe in die mondäne Villa der wohlhabenden Familie geholt. Nicht nur die Mädchen des anliegenden Dorfes im schönen Norditalien umschwärmen den selbstsicheren, gebildeten Adonis. Auch Perl­ mans Sohn Elio (Timothée Chalamet, „Lady Bird“), ein Schöngeist und Romantiker, der eigentlich keinen Flirt mit der ihm zugetanen Marzia auslässt, fühlt sich zu dem jungen Doktoranden hingezo­ gen. Zwischen den jungen Männern beginnt ein subtiler Balztanz. Es ist eine unsichere Liebe der kleinen Gesten und Blicke, sehnsuchts­ voll eingefangen vor verträumten Gärten und sonnendurchfluteten Landschaften. Ein Sommerflirt wie er idyllischer nicht sein könnte. Doch Luca Guadagninos („A Bigger Splash“) Liebestanz ist keine Schönfärberei sondern ein sinnliches Wagnis in atemberaubenden Bildern, voll emotionaler Wahrheit und viel Empathie für seine Figuren. Armie Hammer als selbstbewusster Charmeur scheint die Idealbesetzung. Doch augenfällig ist vor allem sein Gegenpart, die (im echten Leben volljährige) Neuentdeckung Timothée Chalamet, der mit seiner zarten, einfühlsamen Performance den lebenswandelnden Sommer des jungen Elio spürbar macht.
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Ab 1.3.2018
Deutschland 2018
111 min.FSK 12
Drehbuch & Regie
Lars Kraume
Darsteller
Leonard Scheicher
Anna Lena Klenke
Carina N. Wiese
Verleih
StudioCanal

Das schweigende Klassenzimmer

Von der Unterdrückung der Völkerfreundschaft. Das geteilte Berlin im Jahr 1956. Die beiden Abiturienten Theo (Leonard Scheicher) und Kurt (Tom Gramenz) sehen bei einem West­ berliner Kinobesuch Bilder des Volksaufstands in Ungarn in der Wochenschau. Zurück in ihrer Heimat Stalinstadt, dem heutigen Eisenhüttenstadt, beschließen die beiden kurzerhand zusammen mit ihrer Klasse, eine symbolische Schweigeminute für die Opfer abzu­ halten. Doch damit geraten sie in das Visier der Staatssicherheit. Während ihr Schuldirektor zwar noch versucht, die Aktion als Jugendlaune abzutun, versuchen die Vertreter der örtlichen Stasi, mit allen Mitteln den Klassenzusammenhalt zu schwächen und die Namen der Rädelsführer zu erpressen. Doch die Maßnahmen stärken nur die Schülergemeinschaft und ihren Aktionismus. Hintergrund: Am 23. Oktober 1956 forderten Studenten der Budapester Univer­ sitäten auf einer Großdemonstration bürgerliche Freiheitsrechte, ein parlamentarisches Regierungssystem und nationale Unabhängigkeit. Am 4. November intervenierte die Sowjetarmee und schlug den Aufstand nieder. Bei der Stasi lösten die Ereignisse Unruhe aus. Die Erinnerungen an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 waren noch frisch und die Geheimpolizei wollte ein Überspringen der explosiven Stimmung auf das eigene Land um jeden Preis verhindern. Die DDR­ Führung und das Ministerium für Staatssicherheit sahen sich ge­ zwungen, die Bevölkerung durch Abschreckung zu disziplinieren und sozialpolitisches Engagement zu beruhigen.
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Ab 8.3.2018
Deutschland, Österreich, Niederlande 2017
99 min.FSK 12
Regie
Miguel Alexandre
Drehbuch
Miguel Alexandre, Josef Hader
Darsteller
Josef Hader
Hannah Hoekstra
Rainer Bock
Verleih
Universum

Arthur & Claire

Arthur (Josef Hader, „Wil- de Maus“) hat keine Lust auf den Krebstod zu warten, seine Tage sind längst gezählt. Einen kurzen, aber guten Witz wünscht sich Arthur zwischen den beiden Spritzen, die sein Herz stoppen sollen, dann soll`s aber auch gut sein. Auf dem Flug nach Amsterdam prophezeit Arthur noch einem nervtötenden Jungen einen unangenehmen Tod und landet schließlich mit der Absicht seine Henkersmahlzeit in einem Hotel einzunehmen in der niederländischen Hauptstadt. Mit nachtschwarzem Humor und totaler Gleichgültigkeit bahnt sich Arthur seinen Weg durch die Straßen Amsterdams, noch eben den Abschiedsbrief an seinen Sohn schreiben und am nächsten Tag kontrolliert sterben gehen. Arthurs abendliche Ruhe wird allerdings von Claire (Hannah Hoekstra, „The Canal“) gestört, die gerade im benachbarten Hotelzimmer mit Hilfe lauter Metal-Musik ihren eigenen Abschied plant. Als Arthur in ihr Zimmer platzt, um den Lärm, der sich Musik schimpft, abzustellen, sieht er nur das Glas voller Schlaftabletten und spült es prompt das Klo hinunter. Nach einem kurzen Eklat beschließen beide durch die Nacht zu ziehen, verlieren sich in Bars und Coffeeshops und kommen so mehr und mehr ins Gespräch...
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Ab 8.3.2018
USA 2017
88 min.FSK 0
Regie
John Carroll Lynch
Drehbuch
Logan Sparks, Drago Sumonja
Darsteller
Harry Dean Stanton
David Lynch
Ron Livingston
Verleih
Alamode

Lucky

Das Melodrama über die Geschichte eines Eigenbrötlers hätte genauso „Lucky goes happy“ heißen können. Da ist ein Typ, der sein Ding macht. Alleine. Irgendwo da draußen. Und er will nur eines: eine verdammte Schildkröte wiederfinden. Dieser Lucky wird gespielt von Harry Dean Stanton, der schon zu Lebzeiten als Meister der Nebenrolle („Green Mile“, David Lynchs „Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula“, „Twin Peaks“) galt. Für Wim Wenders in „Paris, Texas“, und nun wieder, hat er diesen Pfad verlassen und spielte wohl die Hauptrolle seines Lebens. Er lebt alleine in einem kleinen Haus im Südwesten der USA. Keiner stört sich daran, wenn er früh morgens in Unterwäsche seine Yogaübungen macht und auch außerhalb seines Hauses in diesem Aufzug herumläuft. Sein Tag ist genauestens strukturiert. Nach seinem Frühsport geht er erst einmal Kippen kaufen, schaut dann Quizsendungen im TV und geht abends in seine Stammbar um eine Bloody Mary zu trinken. Ein Typ namens Howard (David Lynch) leistet ihm dabei Gesellschaft und erzählt von seiner ent- laufenen Schildkröte Roosevelt. Eines Tages erleidet Lucky einen Schwächeanfall und wird so mit seiner eigenen Sterblichkeit konfrontiert. Aber einfach nur auf den Tod warten, das ist nicht seine Art, und so überlegt er, was er seinem drohenden Ende entgegensetzen kann.
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Ab 15.3.2018
USA 2017
111 min.FSK 12
Regie
Sean Baker
Drehbuch
Sean Baker, Chris Bergoch
Darsteller
Brooklynn Prince
Bria Vinaite
Willem Dafoe
Verleih
Prokino

The Florida Project

n der Petrischale der Menschlichkeit. Nach dem gefeierten und komplett auf iPhone gedrehten „Tangerine L.A.“, kehrt Regisseur Sean Baker mit höchster Beobachtungsgabe zu­ rück und wirft einen Blick auf das sonnige Florida, genauer gesagt auf die Schattenseite der spärlichen amerikanischen Sozialhilfe. Unweit von Disneyland lebt Halley (Bria Vinaite) mit ihrer Tochter Moonee (Brooklynn Prince) im Magic Castle Motel und versucht sich mit Einfallsreichtum über Wasser zu halten, um die 38 Dollar zusammen­ zubekommen, die sie täglich an den Motelmanager Bobby (Willem Dafoe) abdrücken muss. Währenddessen vertreibt sich Moonee ihre Zeit mit ihren besten Freunden, streift durch die Motelanlage und stif­ tet Unfug. Nicht immer zur Freude Bobbys, der aber trotz allem immer wieder Verständnis und Mitgefühl aufbringt und mit der Zeit zu einem guten Hirten der Bewohner des Motels erwächst. Unaufdringlicher, aber vor Leben pulsierender Einblick in das Leben der Ärmsten der Armen im „Land of the free“.
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