Vorschau

 

 
Ab 24.8.2017
Frankreich, Belgien 2017
119 min.FSK 12
Regie
Lucas Belvaux
Drehbuch
Lucas Belvaux, Jerome Leroy
Darsteller
Emilie Dequenne
Guillaume Gouix
André Dussollier
Verleih
Alamode

Das ist unser Land!

Der Film zum Wahljahr 2017! Pauline ist Krankenpflegerin und kümmert sich nicht nur um ihre zwei Kinder und ihren Vater, sondern auch um ihre Patienten mit großer Hingabe, von denen sie dafür geliebt wird. Weil sie so beliebt ist, wird sie von einer extremistischen Partei gebeten, für sie bei den nächsten Kommunalwahlen zu kandidieren. Regisseur Lucas Belvaux zeigt in seinem spannend inszenierten Politdrama, wie sich anständige, engagierte Menschen allzu leicht vom Populismus einnehmen lassen. Die gewinnende Hauptdarstellerin Émilie Dequenne, die als Rosetta in dem gleichnamigen Film der Dardenne-Brüder bekannt wurde, vermittelt diese Ambivalenz überzeugend. Sie spielt Pauline als liebenswerte junge Frau mit einer authentischen Mischung aus Gutgläubigkeit und Stärke. Aufgrund seiner deutlichen Anspielungen auf den rechtsextremen Front National und seine Vorsitzende Marine Le Pen sorgte DAS IST UNSER LAND! schon vor seinem offiziellen Kinostart in Frankreich heftig für Furore. Belvaux legt die Arbeitsmethoden rechtsextremer Parteien offen und liefert damit auch zum deutschen Wahlkampf einen aufschlussreichen Diskussionsbeitrag. (Verleihtext)
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Ab 24.8.2017
Großbritannien 2017
102 min.n.n.b
Regie
Joel Hopkins
Drehbuch
Rob Festinger
Darsteller
Diane Keaton
Brendan Gleeson
Lesley Manville
Verleih
splendid

Hampstead Park

Aussicht auf Liebe

Eine späte Affäre im Park mit ihr und ihm und Londons schönster Flora. Britanniens neue romantische Komödie mit Wohlfühlcharakter, very pleasent. Witwe Emily (Diane Keaton, „Der Stadtneurotiker“, „Was das Herz begehrt“), ruhelos und immer im Kampf darum, ihre kleine Wohnung in Londons Nobelviertel Hampstead nicht zu verlieren, wird eingenommen vom selbständig und zurückgezogen lebenden Donald (Brendan Gleeson, „Brügge sehen und sterben“, „Am Sonntag bist du tot“), den sie in einer Hütte lebend, in einer ruhigen Ecke von Hampstead Park entdeckt. Neugier wird zu Freundschaft und Freundschaft zu einer unerwarteten spät blühenden Liebe. Diane Keaton und Brendan Gleeson gehen zusammen wie spritziger Rhabarber und süßer, dicker Pudding. Keatons nervös, schrullige Art machten sie zur Grande Dame der romantischen Komödien, doch die echte Überraschung ist Gleeson, der in dieser bescheiden, lieblichen und mild, charmanten Affäre, befreit, niedlich und mit strahlenden Augen sein Publikum einfängt, selbst im Grummelmodus. Die traumhaft, idyllische Umgebung von Hampstead Heath, tut derweil ihr übriges, den Zuschauer in die perfekte Welt dieses Wohlfühlkinos zu entführen. Nicht wenige Opfer einer solchen Umarmung streifen noch heute desillusioniert durch die Straßen von Notting Hill, auf der Suche nach Hugh Grants kleinem Bücherladen.
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Ab 24.8.2017
USA, Großbritannien 2017
105 min.FSK 6
Regie
Tom Stoppard
Drehbuch
Justin Chadwick
Darsteller
Alicia Vikander
Christoph Waltz
Dane DeHaan
Judi Dench
Verleih
Prokino

Tulpenfieber

Gefährliche Leidenschaft im goldenen Zeitalter der Niederlande. Im Amsterdam des 17. Jh kommt die junge Waise Sophia (Alicia Vikander, „The Danish Girl“, „The Light between Oceans“) aus dem Kloster in das Haus des wohlhabenden und wesentlich älteren Gewürzhändlers Cornelis Sandvoort (Christoph Waltz, „Inglorious Basterds“, „Gott des Gemetzels“), um diesem einen Nachkommen zu schenken. Die Situation wird angespannter, als sich nach längerer Zeit der Nachwuchs immernoch nicht ankündigen will. Als Sandvoort sich und seine junge, geliebte Frau auf einem Gemälde verewigen möchte, ist es zwischen Sophia und dem jungen Maler Jan van Loos (Dane DeHaan, „The Amazing Spider Man 2: Rise of Electro“) Anziehung auf den ersten Blick. Bei jeder der langen Portraitsitzungen lodert das Feuer zwischen den Beiden heißer, bis sie komplett in Flammen stehen und eine leidenschaftliche Affäre beginnen. Von ihrer starken Liebe zueinander hingerissen, schmieden sie den riskanten Plan der Flucht in ein gemeinsames Leben. Eine seltene Tulpenzwiebel scheint der Schlüssel, um an das dafür nötige Geld zu kommen. Doch der Plan ist mehr als riskant, und bald steht für die Liebenden in einem Rollenspiel aus Lügen und Täuschung alles auf dem Spiel… Regisseur Justin Chadwick inszeniert einen opulent historischen Liebesepos, zu dem Tom Stoppard, der schon einen Oskar für das Drehbuch zu „Shakespear in Love“ erhielt, das Skript lieferte. Im „Goldenen Zeitalter“ der Niederlande, in denen Amsterdam durch den internationalen Handel zu einem der reichsten Orte in Westeuropa gehörte, entspinnt sich eine leidenschaftliche Geschichte von Spekulation, Prestige, wahrer Liebe und Leidenschaft.
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Ab 31.8.2017
Frankreich 2017
121 min.FSK 6
Regie
Jacques Doillon
Drehbuch
Jacques Doillon
Darsteller
Vincent Lindon
Izïa Higelin
Séverine Caneele
Verleih
Wild Bunch

Auguste Rodin

Mit Auguste Rodin beschäftigt sich Jacques Doillon in seinem biographischen Film, der einsetzt, als der Bildhauer schon fast im Zenit seines Erfolges angekommen ist. Paris, 1880. Der ebenso skandalträchtige wie erfolgreiche Bildhauer Auguste Rodin wähnt sich am Ziel seiner Träume. Mit 40 Jahren erhält er seinen ersten Staatsauftrag: „Das Höllentor“ – inspiriert von Dantes „Göttlicher Komödie“ – soll als Bronzeportal den Eingang des neuen Kunstgewerbemuseums im Pariser Louvre schmücken. Sechs Meter hoch und vier Meter breit, setzt sich das gigantische Hochrelief aus später so berühmten Einzelskulpturen wie „Der Denker“ und „Der Kuss“ zusammen – eine alles verschlingende Arbeit, die zu Rodins Lebenswerk wird. Eine Phase manischen Schaffens beginnt, die durch Rodins Begegnung mit der hochtalentierten, 24 Jahre jüngeren Camille Claudel noch intensiver wird. Mehr als ein Jahrzehnt lang ist seine Schülerin auch seine Geliebte, eine Beziehung zwischen zwei Genies, die ebenso leidenschaftlich wie turbulent verläuft. Denn Camille ist eine emanzipierte Frau, Rodin handwerklich absolut ebenbürtig und – genau wie Rodin – ihrer Zeit weit voraus. Anerkennung für diese Qualitäten verwehrt das Genie ihr aber zeit seines Lebens. Dass sie ihn nicht nur mit seiner Lebensgefährtin, der Bauerntochter Rose Beuret, teilen muss, sondern auch mit zahlreichen anderen Affären, führt schließlich zum Bruch. Inspiriert von der Modernität seiner Geliebten stürzt sich Rodin mit noch größerer Besessenheit in seine Arbeit, erlebt Triumphe und Niederlagen – und gilt mit 60 Jahren schließlich als wohl größter Bildhauer aller Zeiten, vergleichbar nur mit Michelangelo… (Verleihtext)
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Ab 31.8.2017
Deutschland 2017
114 min.FSK 12
Regie
Alain Gsponser
Drehbuch
Alexander Buresch, Matthias Pacht
Darsteller
Fahri Yardim
Jannis Niewöhner
Alicia von Rittberg
Emilia Schüle
Verleih
Constantin

Jugend ohne Gott

Dystopische Zukunftsvision frei nach dem bekannten Roman von Ödön von Horváth. In der Zukunft ist die Gesellschaft gekennzeichnet von Digitalisierung und Leistungsdenken, Effizienz und Anpassung. Die Eliten wachsen geschützt in abgeschirmten Gebieten auf, und werden auf die nun erstrebenswerten, egoistischen Werte gedrillt. Liebe, Moral und Menschlichkeit haben in dieser Hochleistungs-Gesellschaft kaum noch einen Platz. In dieser Welt begegnen wir Zach (Jannis Niewöhner, „4 Könige“), der als einziger seiner Klasse nicht das Ziel hat, in dem anstehenden Assessment-Camp zu brillieren, um einen der raren und begehrten Plätze der renommierten Rowald Universität zu erlangen. Die ehrgeizige und zielstrebige Nadesh (Alicia von Rittberg, „Verräter wie wir“) versteht Zach zwar nicht, fühlt sich aber trotzdem zu ihm hingezogen. Zach hat jedoch ein Auge auf die geheimnisvolle Ewa (Emilia Schüle, „Auf kurze Distanz“) geworfen, die illegal im Wald lebt und sich mit kleinen Diebstählen über Wasser hält. Als eine Mitschülerin eines Tages erschlagen im Wald aufgefunden wird, fängt der sonst so eiserne Zusammenhalt der Elite an zu bröckeln. Der Mord wird zwar gestanden, doch kann der Geständige unmöglich der Täter sein. Das Misstrauen verbreitet sich wie ein Lauffeuer, und bald schon könnte jeder ein Verräter sein. Der anwesende Lehrer (Fahri Yardim, „Honig im Kopf“) begibt sich auf Spurensuche und wird zunehmend selbst auf eine moralische Probe gestellt. Der ursprüngliche Roman von Horváths wurde 1937 veröffentlicht und im Jahr darauf sowohl in acht Sprachen übersetzt, als auch auf Antrag der Gestapo in die „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ aufgenommen. In dem Roman wurde die herzlose Verrohung der Gesellschaft nach der nationalsozialistischen Machtübernahmen thematisiert. Regisseur Alain Gsponser übersetzt den Roman in unsere beschleunigte Leistungsgesellschaft und erschafft einen hochaktuellen und treibenden SozioThriller.
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Ab 31.8.2017
Deutschland 2017
111 min.FSK 12
Regie
Arne Feldhusen
Drehbuch
Sven Regener
Darsteller
Charly Hübner
Detlev Buck
Bjarne Mäde
Annika Meier
Verleih
DCM

Magical Mystery oder:

Die Rückkehr des Karl Schmidt

Knallige Roman-Adaption des Multitalents und Bestsellerautors Sven Regener. Karl Schmidt (Charly Hübner, „Das Leben der Anderen“) war in den 80ern Künstler in Berlin. High Life, Drogen, mit allem Drum und Dran. Leider erlitt er am Tag des Mauerfalls einen depressiven Nervenzusammenbruch und musste in die Psychiatrie. Inzwischen lebt er in einer Hamburger Drogen-WG und hat sein Leben unter der Aufsicht des Betreuers Werner (Bjarne Mädel, „24 Wochen“, „Der Tatortreiniger“) in geordnete Bahnen gelenkt. Als er einen alten Bekannten (Detlev Buck, „Männerpension“) aus Berlin wiedertrifft, der inzwischen mit einem Techno-Label dick im Geschäft ist, reift in diesem die Idee, dass Charly der perfekte Fahrer für ihre neue „Magical Mystery“-Tour wäre, darf er doch keine Drogen mehr nehmen. Da trifft es sich gut, dass Betreuer Werner Charly auf Jahresurlaub in die Lüneburger Heide schicken möchte. Vom Elan der alten Freunde angesteckt, machen er und die durchgeknallte RaveCrew, samt der süßen Djane Rosa, sich heimlich auf den Weg, das Deutschland der 90er Jahre in einem bunten Techno-Rausch zu erobern. Sven Regeners gleichnamiger Roman, der zwar im „Herr Lehmann“-Kosmos spielt, jedoch nur lose mit diesem zusammenhängt, ist gewohnt heiter-melancholisch und zeichnet gekonnt skurrile Typen in eine Welt, aus der sie zu fallen scheinen, nur damit man sich Momente später umso besser in ihrer ureigenen unvollkommenen Menschlichkeit selbst wieder erkennt.
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