Vorschau

 

 
Ab 22.11.2018
Frankreich, Großbritannien, Polen 2018
87 min.FSK 0
Regie
Pawel Pawlikowski
Drehbuch
Janusz Glowacki, Pawel Pawlikowski
Darsteller
Joanna Kulig
Tomasz Kot
Agata Kulesza
Verleih
Neue Visionen

Cold War

Der Breitengrad der Liebe

Und noch ein Film über Musik aus der Sowjetunion (den anderen finden Sie auch in dieser Ausgabe). 1949 ist Polen durch den 2. Weltkrieg zerstört. Komponist Wiktor (Tomasz Kot) und seine Kollegin Irena (Agata Kulesza) reisen zur Zeit des Wiederaufbaus, mit ihrem Tonbandgerät durch die Bergdörfer ihres Landes, um dort nach versteckten Gesangstalenten zu suchen. Die finden sie auch und laden die Kandidaten in ein verfallenes Anwesen ein, um dort ein neues Ensemble zu gründen. Unter den Kandidaten ist auch die temperamentvolle Zula (Joanna Kulig). Wiktor ist direkt Feuer und Flamme und verliebt sich in die rebellische Sängerin. Das Vorsingen hat tatsächlich was vom Format „Deutschland sucht den Superstar“, denn das Prinzip ist genau das selbe. Aber auch die Politik wird auf die Gesangstruppe aufmerksam, so soll das Ensemble doch ein paar lässige Lieder über den guten alten Stalin und Mütterchen Russland schmettern, ganz zum Verdruss von Wiktor. Schwarz-Weiß und (fast) im quadratischen Format gedreht, zeigt dieser Episodenfilm eine unmögliche Liebe, die Sehnsucht nach (gelungener) Flucht und wirft generell einen Blick auf eine oftmals ziemlich absurde Zeit.
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Ab 22.11.2018
Deutschland 2018
101 min.FSK 6
Regie
Philipp Kadelbach
Drehbuch
Stefan Kolditz, Malte Welding, Thomas Sieben
Darsteller
Jan Josef Liefers
Jürgen Vogel
Matthias Bundschuh
Verleih
Universum Film

So viel Zeit

Muhuhuuuuusik! Jan Josef Liefers kennt die treue Tatort- Kommune als Schicki-Micki Pathologen Karl-Friederich Boerne. Er kann aber auch anders, wenn er will, so wie in diesem Film. Da spielt er nämlich Rainer, Ex-Bandleader der Gruppe „Bochums Steine“. Vor 30 Jahren hatte Rainer den Durchbruch-Auftritt seiner Band vermasselt und seit dem geht es nur noch bergab. Die Frau ist weg, der Sohn ist von ihm gelangweilt und der Job ist auch nur noch eine einzige Schnarchnummer. Als Rainer dann noch von seiner Ärztin gesagt bekommt, dass er nicht mehr lange zu leben hat (so ein Ding frisst sich durch seinen Kopf – visuell veranschaulicht durch MRT-Aufnahmen), platzt ihm der Kragen. Er beschließt seine alte Band wieder zusammenzutrommeln und die besteht aus folgenden Personen: Bulle (Armin Rohde), Konni (Matthias Bundschuh), Thomas (Richy Müller) und Ole (Jürgen Vogel). Rainer will unbedingt in der legendären Rockpalast-Sendung auftreten. Ob das wohl klappt? Witzig, einfühlsam und mit einem Gefühl für verlorene Zeit. So erzählt Regisseur Philipp Kadelbach von fünf alten Freunden, die ihre Jugend zurückfordern und es, wenn auch nicht für lange, schaffen.
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Ab 29.11.2018
Großbritannien 2018
111 min.FSK 12
Regie
Ian Bonhôte, Peter Ettedgui
Drehbuch
Peter Ettedgui
Darsteller
Alexander McQueen
Verleih
Prokino Filmverleih

Alexander McQueen

Dokumentation über den Modedesigner Alexander McQueen. Er erlernte das Traditionshandwerk des Herrenschneiders in der renommierten Savile Row in London, arbeitete dann in einer Kostümwerkstatt und bei dem japanischen Designer Koji Tatsuno, um sich im Anschluss beim italienischen Modeschöpfer Romeo Gigli in Mailand anstellen zu lassen. Erst dann studierte er am berühmten Central Saint Martins in London Modedesign. Seine Muse und Mentorin Isabella Blow kaufte ihm seine Abschlusskollektion für 5000 Pfund ab und ebnete ihm den Weg in die harte Modebranche. Alexander McQueen machte sich als „Enfant terrible“ einen Namen in der britischen Modeszene. So zeigte er zum Beispiel blutverschmierte Modells oder auch seinen blanken Hintern am Ende einer Show. Die Regisseure Ian Bonhôte und Peter Ettedgui zeichnen ein Porträt des aus dem Londoner East End stammenden McQueen und zeigen, wie er dank seines Ehrgeizes und seiner Instinkte zu einem der einflussreichsten Designer überhaupt wurde, bevor er dann im Jahr 2010 eines frühen Todes starb. Dabei greifen sie auf größtenteils unveröffentlichtes Archivmaterial zurück und führen Interviews mit McQueens Schwester Janet oder dem Designer Romeo Gigli. Die Musik steuert der Komponist Michael Nyman („Das Piano“) bei.
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Ab 29.11.2018
Dänemark 2018
155 min.FSK 16
Drehbuch & Regie
Lars von Trier
Darsteller
Matt Dillon
Bruno Ganz
Uma Thurman
Verleih
Concorde Filmverleih

The House That Jack Built

Von Trier lockt uns erneut in ein aufwühlendes Labyrinth aus Kunst und Abscheu. Wer Lars von Trier kennt weiß, worauf er sich einlässt. Sex, Gewalt, alle erdenklichen Abgründe der menschlichen Natur – von Trier suhlt sich genüsslich in ihnen. Er liebt die Provokation, die Irritation und das Aufbrechen von moralischen, ethischen und ästhetischen Tabus, die wir im Zuge eines gewissen humanistischen Wertekanons zu achten gelernt haben. So auch in seinem neuen makaber philosophischen Werk, in dem er, ähnlich Dantes Inferno, immer weiter in einer Spirale aus Gewalt und Schuld in die Tiefen der Hölle hinabzusteigen scheint. Jack (Matt Dillon) ist Bauingenieur – und Serienmörder. In „The House That Jack Built“ verfolgen wir unseren kaltblütigen Protagonisten über zwölf Jahre bei fünf seiner mindestens 60 Morde, die exemplarisch seine Entwicklung als kaltblütigen Killer zeigen. Jack, ist nicht nur hochintelligent, sondern auch Perfektionist und höchst neurotisch. Der Mann der sich selbst den Künstlernamen „Mr. Sophisticated“ gegeben hat, sieht jeden seiner Morde als Kunstwerk und wird immer raffinierter bei seinen Werken. Sein größter Traum ist es selbst ein ganz besonderes Haus zu bauen, doch sein Perfektionismus und die Tatsache, dass die Polizei ihm über die Jahre langsam immer näher zu kommen scheint, machen es ihm nicht leicht. Sein einziger Begleiter auf seiner egozentrischen Tour de Mort ist der mysteriöse Verge (Bruno Ganz), der ihm bei der künstlerisch-philosophischen Aufarbeitung seiner Taten als Gesprächspartner mit Expertise zur Seite steht…Bitterböses Märchen über einen ebenso genialen wie eiskalten Menschen, der auf seinem Weg zur verstörenden Vision eine lange Blutspur hinter sich herzieht.
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