Kino noch mehr erleben und immer gute Filme!

 

Es hat Oscars gehagelt - und als hätten wir´s geahnt: die großen Abräumer laufen bei uns!

Wer jetzt denkt: Moment mal, den einen Film will ich jetzt doch oder noch mal sehen, der findet hier oder bei uns im cinemawuppertal.de das Programm. Viel Spaß beim Schauen.

Ab 27.2.2020
USA 2020
137 min.FSK 12
Regie
Destin Daniel Cretton
Drehbuch
Andrew Lanham & Destin Daniel Cretton
Darsteller
Michael B. Jordan
Jamie Foxx
Brie Larson
Verleih
Warner Bros.

Just Mercy

Ein junger Anwalt gegen die übermächtigen Mühlen eines rassistischen Rechtssystems.

Bryan Stevenson (Michael B. Jordan, BLACK PANTHER) ist ein junger und vielversprechender Juraabsolvent, dem nach seinem Harvardabschluss beruflich alle Türen offenstehen. Doch er entscheidet sich dafür, nach Alabama zu gehen und sich gemeinsam mit der Anwältin Eva Ansley (Brie Larson, CAPTAIN MARVEL) als Verteidiger für zum Tode verurteilte Menschen einzusetzen. Gleich einer seiner ersten Fälle sorgt für großes Aufsehen, denn der afroamerikanische Walter McMillian (Jamie Foxx, DJANGO UNCHAINED) soll für den grausamen Mord an einer weißen Frau hingerichtet werden – aufgrund einer einzigen unzuverlässigen Zeugenaussage – gegen zwanzig Aussagen von Familie und Freunden, dass er den Tag mit ihnen auf einer Feier verbracht hat…Destin Daniel Cretton (SCHLOSS AUS GLAS, I AM NOT A HIPSTER) versammelt ein hochkarätiges Ensemble, um Bryan Stevensons autobiographischen Bestseller auf die Leinwand zu bringen, der den systematischen Rassismus im amerikanischen Rechtssystem offenlegt und erschreckend vor Augen führt, dass auch in der modernen Welt bestimmte Menschen noch gleicher sind als andere. Stevenson sorgt mit seiner Equal Justice Initiative dafür, dass in Alabama jeder mit drohender Todesstrafe einen Verteidiger gestellt bekommt. Vor allem für diskriminierte Gruppen wie Arme, Minderheiten und Kinder ist seine Arbeit oft die Einzige Möglichkeit auf einen fairen Prozess. Beindruckend!

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Ab 27.2.2020
USA 2020
113 min.n.n.b
Regie
Guy Ritchie
Drehbuch
Marn Davis & Ivan Atkinson & Guy Ritchie
Darsteller
Matthew McConaughey
Charlie Hunnam
Michelle Dockery
Verleih
LEONINE (Universum Film)

The Gentlemen

Schnoddrige Hochglanz-Gangster-Komödie mit Starbesetzung: Guy Ritchie ist zurück.

Londons Marihuana-Baron Mickey Pearson (Matthew McConaughey) möchte aus dem Geschäft aussteigen. Er möchte lieber Zeit mit seiner Frau Rosalind (Michelle Dockery) verbringen und ohne Stress ein geregeltes Leben in der britischen Oberschicht führen. Der exzentrische Milliardär Matthew Berger (Jeremy Strong) will die lukrativen und gut versteckten Plantagen übernehmen, gegen die Vorlage von Sicherheiten. Doch ausgerechnet jetzt bekommt die halbe Unterwelt Londons von dem Verkauf Wind und will seinen Teil des Kuchens erhaschen. Vom Triadenboss Lord George (Tom Wu), über den abgedrehten Dry Eye (Henry Golding), bis zum schmierigen und korrupten Privatdetektiv Fletcher (Hugh Grant) rücken sie alle auf Mickeys Pelle und seine schlagkräftige rechte Hand Ray (Charlie Hunnam) kommt mit dem Aufräumen des Schlamassels kaum noch hinterher. Doch es kommt immer noch dicker…Die dreckige, ruppige und doch perfekt durchgestylte Gangster-Action ist Guy Ritchies Meisterklasse. Nach Kult-Klassikern wie BUBE, DAME, KÖNIG, GRAS und SNATCH – SCHWEINE UND DIAMANTEN beweist er, dass er immer noch die coole Sau von damals ist. Kleine Spitzen über die feinen Unterschiede eines sozial geteilten Englands setzt er genauso zielsicher wie das machomäßige Aufspielen der kriminellen Konkurrenten um den Sitz auf dem Königthron im Vereinigten Betäubungsmittel-Königreich – und kann damit eines perfekt: unterhalten!

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Ab 5.3.2020
Deutschland 2020
100 min.FSK 0
Regie
Dani Levy
Drehbuch
Marc-Uwe Kling
Darsteller
Dimitrij Schaad
Rosalie Thomass
Adnan Maral
Verleih
X Verleih

Die Känguru-Chroniken

PREVIEW: Mittwoch 04.03. - 18:45 Uhr - TICKETS HIER!

PREVIEW: Mittwoch 04.03. - 20:45 Uhr - TICKETS HIER!

Dani Levy (ALLES AUF ZUCKER, MEIN FÜHRER – DIE WIRKLICH WAHRSTE WAHRHEIT ÜBER ADOLF HITLER) hat Marc-Uwe Klings „Känguru-Chroniken“ verfilmt. Das Känguru zieht bei seinem Nachbarn, dem unterambitionierten Kleinkünstler Marc-Uwe, ein. Doch kurz darauf reißt ein rechtspopulistischer Immobilienhai die halbe Nachbarschaft ab, um mitten in Berlin- Kreuzberg das Hauptquartier der internationalen Nationalisten zu bauen. Das findet das Känguru gar nicht gut. Es ist nämlich Kommunist. (Äh ja, das hatte ich vergessen zu erwähnen.) Jedenfalls entwickelt es einen genialen Plan. Und dann noch einen, weil Marc- Uwe den ersten nicht verstanden hat. Und noch einen dritten, weil der zweite nicht funktioniert hat. Den Rest kann man sich ja denken. Vier Nazis, eine Hasenpfote, drei Sportwagen, ein Psychotherapeut, eine Penthouse-Party und am Ende ein großer Anti-Terror-Anschlag, der dem rechten Treiben ein Ende setzen soll. Nach einer wahren Begebenheit...(Verleihtext)

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Ab 5.3.2020
Frankreich, Japan 2020
108 min.FSK 0
Drehbuch & Regie
Hirokazu Kore-eda
Darsteller
Catherine Deneuve
Juliette Binoche
Ethan Hawke
Verleih
ProKino

LA VÉRITÉ

LEBEN UND LÜGEN LASSEN

Duell zweier Leinwandlöwinnen im Herzen Frankreichs.

Eine französiche Filmdiva (Catherine Deneuve), die grade ihre Memoiren „La Vérité“ (= Die Wahrheit) veröffentlicht hat, erhält Besuch von ihrer Tochter (Juliette Binoche) und deren Familie. Nicht der Glückwünsche halber, viel mehr zum Faktencheck und zur Hirnspülung, denn ganz so fulminant wie sich die Leinwandlegende in ihrem Roman stilisiert, scheint die Tochter sich der gemeinsamen Vergangenheit nicht zu entsinnen. Nach seinem Canneserfolg SHOPLIFTERS, begibt sich der japanische Regisseur Hirozaku Kore-eda in die Hauptstadt der Cinephilie und lässt zwei französische Leinwandlegenden miteinander kollidieren. Mit viel Ironie, Augenzwinkerei und natürlich subtiler Komik, verhandeln Catherine Deneuve und Juliette Binoche Leben und Karriere als fiktives Mutter-Tochter Gespann. Ein überraschendes Geschenk für frankophile Kinoliebhaber. (dre)

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Ab 5.3.2020
Großbritannien 2019
124 min.FSK 0
Regie
Autumn de Wilde
Drehbuch
Elanor Catton, Jane Austen (Roman)
Darsteller
Anya Taylor-Joy
Johnny Flynn
Josh O'Connor
Verleih
Universal Pictures

EMMA.

Jane Austins Klassiker mit köstlichen Darbietungen in schwelgerischem Dekor und einer modernen Heldin, die nicht nur süß, sondern auch smart und sexy sein darf.

Wie das war mit dem Dating vor Tinder und Parship, davon erzählt der Alltag von Emma Woodhouse (Anya Taylor-Joy, THE WITCH), einer gewieften jungen Dame, die sich die Zeit als Kupplerin in der „besseren“ Gesellschaft vertreibt. Die Bemühungen, ihre Freundin Harriet (Mia Goth, SUSPIRIA) einem passenden Ehemann zuzuführen, sind jedoch nicht von Erfolg gekrönt. Und so droht das ehrgeizige Fräulein, im selbst verursachten Chaos aus Liebeswirrungen und Eitelkeit, dem eigenen Glück verloren zu gehen. Oder war sie sich selbst immer zu schade dafür? Gleichsam dem aktuellen Kinohit LITTLE WOMEN von Greta Gerwig, überzeugt auch dieses moderne Makeover einer romantischen Komödie von Jane Austin. Fröhlich, frech mit absolutem Stilwillen – fast schon satirisch gegenüber dem Kostümfilmgenre – präsentiert sich EMMA(.) als zeitgemäßer, smart-spritziger Kommentar auf die Ambitionen junger Frauen im Konflikt mit ihrer Umwelt. Auch hier wird ein geliebter Klassiker nicht demontiert, sondern durch neue Perspektiven und kluge Interpretationen zu neuem Glanz verholfen. Regiedebütantin Autumn de Wilde hat alles im Griff, während ihr spielfreudiges Ensemble glänzend und prunkvoll unterhält. Ein Frühlingserwachen im Spätwinter. (dre)

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Ab 5.3.2020
Großbritannien 2019
95 min.FSK 12
Drehbuch & Regie
Waad al-Kateab, Edward Watts
Verleih
Filmperlen

Für Sama

Ein bewegender Film über das Leben und Überleben im syrischen Krieg.

Hätten unsere Großeltern oder Urgroßeltern bereits über „YouTube“ oder „Instagram“ verfügt und hätten während des zweiten Weltkrieges in Deutschland ihr tägliches Leben mit der Videokamera gefilmt und dort hochgeladen... Was für ein Gedanke. Die kleine Sama aus dem syrischen Aleppo kann sich in Zukunft die Aufzeichnungen ihrer Mutter, der Journalistin Waad al-Khateab, in Form eines professionell zusammengeschnittenen Filmes anschauen, das Leben nachfühlen, das ihre Familie und sie selbst auch gezwungen waren zu leben. Waad hat ihr Leben in Aleppo seit Beginn des Krieges 2008 mit ihrer Kamera dokumentiert. Ihr Mann Hamza, ein Arzt im letzten erhaltenen Krankenhaus von Aleppo, kämpft jeden Tag um das Leben seiner Patienten und sein eigenes. Immer wieder wird das Krankenhaus von den Truppen Assads bombardiert. Waad filmt alles. Herausgekommen sind 300 Stunden syrisches Inferno. Ein Film zum Mitfühlen, für eine bessere Zukunft.

FÜR SAMA ist der erste Dokumentarfilm der preisgekrönten Emmy Award-Gewinner und Filmemacher Waad al-Kateab und Edward Watts. Preise: Cannes den L’OEil d’Or for Best Documentary und den Publikumspreis & Grand Jury Award Bester Dokumentarfilm SXSW 2019, Sonderpreis der Jury Hot Docs 2019; Publikumspreis FILMFEST MÜNCHEN 2019; Preis der Jugendjury der Filmkunstmesse Leipzig; BIFAs BRITISH INDEPENDENT FILM AWARDs 2019: BESTER INDEPENDENT FILM, BESTE REGIE, BESTE DOKUMENTATION, BESTER SCHNITT; EUROPÄISCHER FILMPREIS für Besten Dokumentarfilm.

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Ab 5.3.2020
Deutschland 2018
97 min.FSK 0
Drehbuch & Regie
Halina Dyrschka
Verleih
mindjazz pictures

Jenseits des Sichtbaren

Hilma af Klint

Am Anfang war die Frau.

Ach ja, die Kunst und vor allem die Kunstszene – vieles begreifen wir nicht, vieles soll auch nicht begriffen werden. In Kunst erkennen wir den Künstler wieder, oder auch den kläglichen Versuch ein Künstler zu sein – diese Leute mögen wir oft nicht, weil sie es zu sehr versuchen. Auf der anderen Seite haben wir ein ausgeklügeltes System Kunst in Schubladen zu stecken: das da ist Surrealismus, das da ist Impressionismus und das da ist einfach nur hässlich – und: die Männer scheinen ja die ganze Kunst erfunden zu haben, stimmt aber nur zum Teil. 1906 malt eine schwedische Malerin namens Hilma af Klint das erste abstrakte Bild. Das weiß bis dahin aber niemand. Erst Jahre später sahnen bekannte Kunstgrößen wie Malewitsch oder Mondrian die Titel als Abstraktmeister ab. Hilmas Bilder werden erst in den 1980ern bekannt, es folgen weltweite Ausstellungen – jetzt in den Reihen der anderen großen Maler des 20. Jahrhunderts, ein Ereignis, das Hilma selbst nicht mehr miterlebt. Dieser fantastische Film zeigt das Werk einer ebenso fantastischen Frau, die Jahrzehnte nach ihrem Tod dafür sorgt, dass die Kunstgeschichte umgeschrieben werden muss.

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Ab 12.3.2020
Deutschland, Saudi - Arabien 2019
105 min.FSK 0
Drehbuch & Regie
Haifaa Al Mansour
Darsteller
Mila Alzahrani
Dae Al Hilali
Nourah Al Awad
Verleih
Neue Visionen

Die perfekte Kandidatin

PREVIEW: Sonntag, 08. März 2020 - 15:00 bei uns im CINEMA!

Emanzipationsgeschichte einer mutigen Ärztin, die sich in Saudi- Arabien politisch engagiert.

Maryam ist eine Ärztin in einer kleinen Stadt in Saudi-Arabien. Trotz ihrer exzellenten Fähigkeiten muss sie sich jeden Tag aufs Neue den Respekt der Mitarbeiter und der Patienten erkämpfen. Wütend macht Maryam vor allem der Zustand der Straße vor der Klinik. Weil die Stadt die Zufahrt nicht asphaltiert, bleiben die Patienten regelmäßig im Schlamm stecken. Maryam will Veränderung und bewirbt sich um eine bessere Stelle in Dubai. Doch wegen einer Formalität und weil sie keine männliche Begleitung hat, lässt man sie nicht reisen. Maryam sucht Hilfe bei einem entfernten Cousin. Doch der Zufall will es, dass der als Beamter nur Kandidaten für die anberaumte Wahl des Stadtrats empfängt. Vor allem aus Trotz erklärt sich Maryam kurzerhand zur Kandidatin. Erst später wird ihr klar, welche Chance zwischen der bürokratischen Willkür lauert: als Stadträtin könnte sie die Asphaltierung der Klinik-Zufahrt selbst in die Hand nehmen. Maryam und ihre beiden Schwestern treten eine Kampagne los, die nicht zu übersehen ist. An jeder Ecke lauern Restriktionen für Frauen; trotzdem wird Maryams Stimme lauter, ihre Auftritte mutiger, ihre Forderungen radikaler. Die junge Ärztin, die vom lang erkämpften Recht auf ein eigenes Auto wie selbstverständlich Gebrauch macht, besteht nun auch auf die Straße, auf der sie fahren kann. Die Regisseurin Haifaa al Mansour (DAS MÄDCHEN WADJDA) erzählt mit viel Weitsicht und Feingefühl, wie eine minimale gesellschaftliche Öffnung der Klaviatur bürokratischer Willkür völlig neue Töne entlockt. Ihre Signatur ist ein weiblicher Blick, der seine Perspektive immer mitzudenken versteht, eine Film gewordene Verneigung vor der Unbezähmbarkeit weiblicher Souveränität. So entsteht das so beflügelnde wie scharfsichtig nachgezeichnete Porträt einer Emanzipation, das zeigt, wie zutiefst überwältigend Kino sein kann...(Verleihtext)

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Ab 11.3.2020
Georgien, Schweden 2019
105 min.FSK 12
Drehbuch & Regie
Levan Akin
Darsteller
Levan Gelbakhiani
Ana Javakhiskvili
Bachi Valishvili
Verleih
Salzgeber & Company Medien

Als wir tanzten

QUEERFILMNACHT

In Georgien gibt es drei Dinge, die als Inbegriff der Tradition und der nationalen Identität hochgehalten werden: die Kirche, der traditionelle mehrstimmige Gesang und der traditionelle Nationaltanz.

Merab ist Student an der Akademie des Georgischen Nationalballetts in Tiflis. Sein größter Traum ist es, professioneller Tänzer zu werden. Als Irakli neu in die Klasse kommt, sieht Merab in ihm zunächst einen ernstzunehmenden Rivalen auf den ersehnten Platz im festen Ensemble. Aus der Konkurrenz wird bald ein immer stärkeres Begehren. Doch im homophoben Umfeld der Schule, in der konservative Vorstellungen von Männlichkeit hochgehalten werden, wird von den beiden erwartet, dass sie ihre Liebe geheim halten. Das mitreißende Liebes- und Tanzdrama des schwedischen Regisseurs Levan Akin wurde in Cannes als Entdeckung gefeiert und seitdem vielfach ausgezeichnet, unter anderem in vier Kategorien beim Schwedischen Filmpreis Guldbaggen. Der Queer-Feindlichkeit, die in Georgien erschreckend weit verbreitet ist, hält der Regisseur, dessen Familie selbst aus dem Land stammt, eine entschiedene Feier von nicht-heterosexueller Liebe entgegen. Hauptdarsteller Levan Gelbakhiani, einer der European Shooting Stars der Berlinale 2020, wurde für sein ergreifendes Spiel mit Preisen überhäuft und war für den Europäischen Filmpreis nominiert...(Verleihtext)

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Ab 12.3.2020
Deutschland 2019
88 min.FSK 0
Regie
Sarah Winkenstette
Drehbuch
Susanne Finken
Darsteller
Yoran Leicher
Sobhi Awad
Anna König
Verleih
Farbfilm

Zu weit weg

Flucht und Vertreibung neu interpretiert.

Wo Ben (Yoran Leicher) mit seiner Familie wohnt, wird bald ein großes Loch sein, denn das Haus der Familie muss dem Braunkohletagebau weichen. Und so beginnt für Ben ein neues Leben: Neue Stadt, neue Schule, neue Freunde. Doch so leicht will der Wechsel nicht gelingen: Schnell bricht die Verbindung zu seinen alten Freunden ab, während er im neuen Leben nicht so richtig ankommt. Erst als der syrische Flüchtling Tariq (Sobhi Awad) in Bens Klasse kommt und sich die beiden Außenseiter anfreunden, entspannt sich Bens Situation… ZU WEIT WEG betrachtet Fluchtursachen aus unterschiedlichen Perspektiven: Zum einen als Flucht vor Krieg und Vertreibung, zum anderen als Verlust der eigenen Wurzeln und des Zuhauses. Während Tariq im Film für das klassische Bild von Flucht und Vertreibung steht, eröffnet Ben dem mitteleuropäischen Zuschauer eine vielleicht nachvollziehbarere Perspektive und macht das Thema auch für Kinder und Jugendliche zugänglich...(dl)

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Ab 19.3.2020
Norwegen 2019
77 min.n.n.b
Drehbuch & Regie
Roy Andersson
Darsteller
Martin Serner
Tatiana Delaunay
Anders Hellström
Verleih
Neue Visionen

Über die Unendlichkeit

...in den besten schwedischen Minimalismus.

„Die Menschen haben Träume und Phantasien von einer besseren Welt. Aber sie stecken in festgefahrenen Situationen, fernab dieses Ziels.“ – das sagt Regisseur Roy Andersson über seine preisgekrönten Filme. Sie sind minimalistisch, grotesk, absurd, witzig und traurig zugleich – so wie das Leben selbst.

Sein neuester Film beschreitet in bekannter Weise den gleichen Weg wie die Vorgänger und ist allein visuell ein absoluter Hochgenuss: perfekt abgestimmte stille Bilder, die in ihrer Aufreihung immer eine Situation zeigen: Ein Priester, der seinen Glauben verloren hat, wird von seinem Arzt und dessen Sprechstundenhilfe unsanft vor die Tür gesetzt, weil der Arzt noch den Bus erwischen will. In einem Bus sitzt ein weinender Mann, während die Fahrgäste um ihn herum darüber diskutieren, ob man in der Öffentlichkeit einfach so seinen Gefühlen freien Lauf lassen darf. Ein Vater ist mit seiner Tochter auf dem Weg zu einer Geburtstagsfeier und bindet ihr die Schuhe. Über den Ruinen des vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Köln fliegen ein Mann und eine Frau engelsgleich durch die Luft. Ein kurzweiliger Film, im tiefsten Kern absolut skandinavisch – was auch immer das bedeuten mag. (mp)

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Ab 19.3.2020
Deutschland, Italien, Mexico 2020
92 min.n.n.b
Drehbuch & Regie
Abel Ferrara
Darsteller
Willem Dafoe
Nicolas Cage
Isabelle Huppert
Verleih
Port au Prince Pictures

Siberia

Eiskalte Sehnsucht nach dem Selbst.

Wo soll man hin, wenn man vom Leben gebrochen wurde und einfach nur alles hinter sich lassen will? Für Clint (Willem Dafoe) scheint die Antwort klar. Nach Sibirien in eine menschenfeindliche Eiswüste. Mit einem kleinen Café will er sich dort über Wasser halten. Doch schon bald stellt er fest, dass er im Einsiedlertum keinen Frieden findet. Und so macht er sich unverhofft mit einem Hundeschlitten auf und sucht weiter. Doch diese Reise hat ein unerwartetes Ziel…Er ist einfach überall: Gestern noch als Seebär in THE LIGHTHOUSE, heute als alternder Regisseur in TOMMASO und morgen als Einsiedler in SIBERIA, überrascht uns Willem Dafoe erneut mit seiner extremen schauspielerischen Vielfalt und Wandlungsfähigkeit. Interessant hierbei ist, dass er nach TOMMASO mit SIBERIA gleich im zweiten Film spielt, der unter der Regie von Abel Ferrara entstanden ist und bei uns 2020 erscheint. Denn Siberia hatte keinen leichten Start: Über die Crowdfunding-Seite Kickstarter sollte der Film bereits 2015 finanziert werden und scheiterte krachend. Heute, 2020, feierte er dann doch noch seine Premiere auf der Berlinale, und was soll man sagen: Zum Glück! (dl)

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Ab 19.3.2020
Frankreich 2019
96 min.FSK 6
Drehbuch & Regie
Yann L'Hénoret
Verleih
StudioCanal

FREAK & CHIC

JEAN PAUL GAULTIER

Eine spektakuläre Revuekollektion, die abhängig macht.

Ich liebe Jean Paul Gaultier. Die Franzosen lieben ihn. Da macht es nachdenklich, dass der Modeschöpfer dieser Tage seine angeblich letzte Haute Couture Modekollektion in Paris präsentierte. Die Shows des extravaganten Designers sind immer ein großes Ereignis. Er hat Modells aus Film- und Musikbusiness dabei, schlanke, übergewichtige, alte oder junge. In diesem Kinofilm, der jetzt gezeigt wird, soll es um eine ganz besondere Inszenierung gehen, die die eigene Geschichte von Jean Paul Gaultier erzählt. Die Präsentation fand in dem berühmten Pariser Varietétheater „Folies Bergère“, die vom 2. Oktober 2018 bis 10. März 2019 aufgeführt wurde, statt. Titel der Veranstaltung: „Fashion Freak Show“, Motto der Show: „Keine Regeln, keine Angst, keine Grenzen“. Dass die zwei Jahre andauernde Herstellung aufwendig war, muss ich eigentlich nicht erwähnen, denn jede Show von JPG ist/war aufwendig. Wie genau jedoch die Freak Show entstanden ist, dürfen wir im Film von Yann L'Hennoret beobachten. Danke! (ph)

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Ab 19.3.2020
USA 2019
136 min.FSK 12
Drehbuch & Regie
Trey Edward Shults
Darsteller
Kelvin Harrison Jr.
Sterling K. Brown
Lucas Hedges
Taylor Russell
Alexa Demie
Renée Elise Goldsberry
Verleih
Universal Pictures

Waves

Gefühlskino im Look der perfekten Insta-Story. Die epische Geschichte einer ganz normalen Familie, gefilmt mit dem Blick eines Malick-Jüngers.

In den tosenden Wellen aus Glück und Trauer sucht eine Vorstadtfamilie das Gleichgewicht. Während zwei Geschwister mit Zukunftsängsten und Erster Liebe ringen, bemühen sich die Eltern um Zusammenhalt, Liebe und Vergebung. Hoffnung und Verzweiflung im Einklang mit flirrenden Farben und wuchtiger Musik. Trey Edward Shults komponiert ein fesselndes Familiendrama im Stil von MOONLIGHT, THE PLACE BEYOND THE PINES und DER GESCHMACK VON ROST UND KNOCHEN. Ohne Kitsch und Prediger-Pathos führt er sein Ensemble durch ein Kaleidoskop an Emotionen, während seine schwebende Kamera in allem Schönheit findet. Leben, wert zu leben, was auch kommt. Ein Kinogedicht mit „Wow“-Effekt. (dre)

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Ab 26.3.2020
USA 2019
102 min.n.n.b
Drehbuch & Regie
Benedict Andrews
Darsteller
Kristen Stewart
Jack O´Connell
Zazie Beetz
Verleih
ProKino

JEAN SEBERG

AGAINST ALL ENEMIES

Eine junge Schauspielerin kämpft um ihr Leben gegen ein rassistisches Regierungssystem.

In den 60er Jahren gibt es einen aufsteigenden Stern am französischen Kinohimmel, der zum funkelnden Publikumsliebling der Nouvelle Vague wird: Jean Seberg. Doch es zieht sie zurück nach Hollywood, dem sie schwer enttäuscht vor über einem Jahrzehnt den Rücken kehrte. Als sie im Flieger Richtung USA den Black-Panther-Aktivisten Hakim Jamal (Anthony Mackie) kennenlernt, ist sie fasziniert. Da ihr Herz schon länger für die Bürgerrechtsbewegung schlägt, entscheidet sie sich nach der Landung kurzentschlossen dafür, gemeinsam mit den Black-Panthers für die am Flughafen wartenden Journalisten zu posieren. So stark das Foto der schmächtigen Schauspielerin mit den Revolutionären in den Medien wirkt, so gefährlich soll es für sie werden, denn der amerikanische Inlandsgeheimdienst sieht die Unterstützung der Black Power Bewegung als nicht hinzunehmende Gefahr für den öffentlichen Frieden an…Kristen Stewart beweist ein weiteres Mal, dass sie in starken Rollen beeindruckt. Sie liefert das knisternde Psychogramm einer kämpferischen Frau auf dem Weg in den Abgrund. Zur labilen Ehebrecherin erklärt, muss sie ihr Privatleben und ihr politisches Engagement gegen einen Apparat an Agenten verteidigen, der nicht vor Observierung der Privaträume und Schmutzkampagnen in den Medien zurückschreckt, um seine Opfer zu zerstören. Immer da und doch niemals greifbar, beginnt ein unfaires Katz-und-Maus- Spiel. Stark! (jh)

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Ab 26.3.2020
Deutschland, Frankreich 2020
92 min.n.n.b
Drehbuch & Regie
Christian Petzold
Darsteller
Paula Beer
Franz Rogowski
Jacob Matschenz
Anne Ratte-Polle
Verleih
Piffl Medien

Undine

Abgestaubtes Märchen über die romantische Emanzipation der mythischen Sagengestalt.

Undine (Paula Beer) ist Stadthistorikerin in Berlin. Sie ist gerade von ihrem Freund Johannes verlassen worden. In den alten Märchen heißt es, wenn ihre Liebe verraten wird, muss sie den Treuelosen töten und ins Wasser zurückkehren. Doch Undine will nicht gehen. Als sie den Industrietaucher Christoph (Franz Rogowski) kennenlernt, erfährt sie eine Liebe voller Geborgenheit und legt alles daran, Christophs Vertrauen und ihr menschliches Leben zu retten, denn der Fluch fordert sie zurück. Christian Petzold holt den Undine-Mythos, der die Frau auf das Bild der rachsüchtigen Geliebten des einsamen und untreuen Mannes reduziert, in das moderne Berlin und gibt der Frau eine Stimme, die sich nicht von vorbestimmten Geschichten vorgeben lässt, wie sie liebt, lebt und begehrt. Der Regisseur holt das Märchen in die Alltagswelt und schafft schillernde Zwischenräume, in denen Undine und Christoph zusammen sein können. Doch ihr Schicksal lässt sich nicht abschütteln, zwingt die sagenumwobene Wasserfrau zu einer schwerwiegenden Entscheidung. Der aus Hilden stammende Regisseur drehte in Berlin und in einem See nahe Wuppertal, der für ihn die Verbindung der Nüchternheit der Moderne und das Geheimnis eines verborgenen Lebens in einem Raum vereint. (jh)

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Ab 2.4.2020
Großbritannien, USA 2020
0 min.n.n.b
Regie
Cary Joji Fukunaga
Drehbuch
Robert Wade, Neal Purvis, Cary Joji Fukunaga
Darsteller
Daniel Craig
Rami Malek
Léa Seydoux
Verleih
Universal Pictures

JAMES BOND 007

KEINE ZEIT ZU STERBEN

TICKETVORVERKAUF AB 27. FEBRUAR!

James Bond (Daniel Craig) hat seine Lizenz zum Töten im Auftrag des britischen Geheimdienstes abgegeben und genießt seinen Ruhestand in Jamaika. Die friedliche Zeit nimmt ein unerwartetes Ende, als sein alter CIA-Kollege Felix Leiter (Jeffrey Wright) auftaucht und ihn um Hilfe bittet. Ein bedeutender Wissenschaftler ist entführt worden und muss so schnell wie möglich gefunden werden. Was als simple Rettungsmission beginnt, erreicht bald einen bedrohlichen Wendepunkt, denn Bond kommt einem geheimnisvollen Gegenspieler auf die Spur, der im Besitz einer brandgefährlichen neuen Technologie ist. (Verleihtext)

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